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BeitragVerfasst: 28.06.2015, 20:16 
Hallo zusammen,
ich habe zur Übung einen Text von Laktanz übersetzt, zu dem ich nirgends eine Lösung gefunden habe und ich daher hoffe, dass sich hier jemand findet, der meine Übersetzung überprüfen und ggfalls verbessern kann. Es kann sein, dass die Übersetzung, was richtig - falsch angeht, ziemlich durchwachsen ist, da ich Phasen habe, in denen das Übersetzen wunderbar klappt und beim nächsten Satz aber auf dem Schlauch stehe^^

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand die Mühe macht und alles durchliest.
Grüße und danke im Voraus.

Laktanz, Divinae institutiones 3,17,16-28 (Die Irrtümer Epikurs; der Test gibt sich als Gespräch zwischen einem Fragesteller (Laktanz) und Epikur, der in wörtlichen Zitaten aufgeführt wird)


Epicurus estimavit nullam esse providentiam. Quod cum sibi persuasisset, suscepit etiam defendendum. Sic in errores inextricabiles se ipse conclusit. Si enim providentia nulla est, quomodo tam ordinate, tam disposite mundus effectus est?

Epikus meinte, dass es keine Vorsehung gibt. Weil er sich davon selbst überzeugt hatte, nahm er es sogar auf sich, dass dies verteidigt werden muss. So verstrickte er sich selbst in unentwirrbare Fehler. Denn wenn es keine Vorsehung gibt, wie ist die Welt so planvoll, so wohlgeordnet entstanden?

"Nulla", inquit, "dispositio est; multa enim facta sunt aliter, quam fieri debuerint. "Es ist", sagte er, "keine Ordnung; viele Dinge sind nämlich anders gemacht worden/evtl entstanden, als sie gemacht werden mussten (muss man den Konjunktiv an dieser Stelle auch mit Konjunktiv ausdrücken?).

Nihil in procreandis animalibus providentiae ratio molita est; nam neque oculi facti sunt ad videndum, neque aures ad audiendum, neque lingua ad loquendum, neque pedes ad ambulandum, quoniam prius haec nata sunt, quam esset loqui, audire, videre, ambulare. Itaque non haec ad usum nata sunt, sed usus ex illis natus est."

Nichts hat die Vernunft der Vorsehung zur beseelten Erschaffung erzeugt; denn weder sind die Augen gemacht worden um zu sehen, noch die Ohren um zu hören, noch die Stimme um zu sprechen, noch die Füße um zu gehen, da ja diese Dinge früher geboren/entstanden sind als sprechen, hören, sehen und gehen es waren. Deshalb sind diese nicht zum Nutzen entstanden/geboren, sondern der Nutzen ist aus jenen entstanden/geboren."

Si nulla providentia est, unde ergo nascuntur aut quomodo fiunt omnia, quae nascuntur? Wenn es keine Vorsehung gibt, woher also wird alles, was erzeugt wird, erzeugt oder wie entsteht es?

"Non est", inquit, "providentia opus. Sunt enim semina per inane volitantia, quibus inter se temere conglobatis universa gignuntur atque concrescunt." - "Es gibt kein Werk der Vorsehung. Es sind nämlich Atome, die durch einen leeren Raum fliegen, von denen, weil sie zufällig unter sich zusammengeballt worden sind, Gesamtheiten erzeugt werden und sich zusammenschließen."

Cur igitur illa non sentimus aut cernimus? "Quia nec colorem habent", inquit, "nec calorem ullum, nec odorem. Saporis quoque et humoris expertia sunt, et tam minuta, ut secari ac dividi nequeant."

Warum also fühlen oder sehen wir jene nicht? - "Weil sie", sagte er, "weder Farbe, noch irgendeine Wärme, noch einen Geruch haben. Auch sind sie frei von Geschmack und Feuchtigkeit, und so winzig, dass sie nicht zerschnitten und geteilt werden können."

Sic eum, quia in principio falsum susceperat, consequentium rerum necessitas ad deliramenta perduxit. So brachte die logische Konsequenz/verbindene Kraft der vernunftgemäßen Dinge ihn zu Albernheiten, weil er sie von Anfang an falsch angenommen hatte.

Ubi enim sunt aut unde ista corpuscula? Denn wo sind oder woher kommen diese kleinen Teilchen?

Quae si sunt corpuscula, et quidem solida, ut dicunt, sub oculos certe venire possunt. Wenn dies kleine Teilchen sind, und zwar feste, wie man sagt, können sie bestimmmt unter die Augen kommen.

Si eadem est natura omnium, quomodo res varias efficiunt? Wenn dasselbe die Natur aller Dinge ist, wie bewirken sie die verschiedenen Sachen (ich weiß dass der Satz hier nicht so ganz stimmt, aber ich krieg ihn ned raus^^)

"Vario", inquit, "ordine ac positione conveniunt, sicut litterae, quea cum sint paucae, varie tamen collocatae, innumerabilia verba conficiunt." - Er sagte: "Sie kommen in einer unterschiedlichen Reihe und Stellung zusammen, so wie Buchstaben, die, obwohl sie wenige sind, dennoch unterschiedlich zusammengestellt, unzählige Wörter bilden."

At litterae varias fromas habent. "Ita", inquit, "et haec ipsa primordia. Nam sunt aspera, sunt hamata, sunt levia." - Aber Buchstaben haben unterschiedliche Formen. "So", sagte er, "wie selbst diese Atome. Denn sie sind hart, sie sind mit Haken versehen, sie sind glatt."

Secari ergo et dividi possunt, si aliquid inest illis, quod emineat. Sie autem levia sunt et hamis indigent, cohaerere non possunt. "Hamata igitur esse oportet, ut possint invicem concatenari." - Sie können also zerschniten und geteilt werden, wenn irgendetwas in jenen ist, was herausstechen soll. Wenn sie aber glatt sind und keine Haken haben, können sie nicht verbunden sein. "Folglich ist es nötig, dass sie mit Haken versehen sind, damit sie untereinander (mit einer Kette) zusammenhalten können."

Cum vero tam minuta esse dicantur, ut nulla ferri acie (ist im Buch mit Schärfe angegeben) disscari valeant (valere ist im Buch mit können angegeben), quomodo hamos aut angulos habent? Aber weil sie so winzig sein sollen, so dass sie durch keine Schärfe einer eisernen Waffe zerschnitten werden können, wie haben sie Haken und Ecken?

Quos, quia exstant, necesse est posse divelli. Deine quo foedere inter se, qua mente conveniunt, ut ex his aliquid construatur? Es ist notwendig, dass diese abgerissen werden können, weil sie herausstehen. Von wo an kommen sie zu einem Bündnis unter sich zusammen, zu welchem Geist kommen sie zusammen, so dass aus diesen etwas entsteht?

Si sensu carent, nec coire tam desposite possunt, quia non potest quidquam rationale perficere nisi ratio. Quam multis coargui haec vantias potest! Wenn sie kein Bewusstsein haben, können sie sich nicht so wohlgeordnet verbinden, weil nur die Vernunft alles was mit Vernunft ausgestattet ist, vollenden kann. Durch viele Gründe habe ich offensichtliche gemacht, welch Unsinn dies kann.


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