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BeitragVerfasst: 15.04.2011, 16:45 
Lateiner

Registriert: 13.04.2011, 20:30
Beiträge: 3
Pallas Athene hatte solchen Worten zugehört und den Gesang und den gerechten Zorn der Musen gebilligt, dann dachte sie bei sich: „Loben ist zu wenig, ich will selbst gelobt werden und nicht diejenigen ohne Strafe lassen, die meine Göttlichkeit verschmähen!“ Und dem Schicksal der Maeonerin Arachne wendet sie ihren Sinn zu, von der sie gehört hatte, dass sie ihr selbst an Lob in der Webkunst nicht nachstand. Jene war weder durch den Ort oder ihre Herkunft berühmt, sondern durch die Kunst: Ihr Vater aus Kolophon Idmon tauchte die durstige Wolle in den Saft von phokaiischen Schnecken; die Mutter war gestorben, aber auch diese war aus dem Volk und ihrem Mann gleich; jene hatte trotzdem in den lydischen Städten durch Mühe einen denkwürdigen Namen erhalten, obwohl sie nach niedriger Geburt in einem Haus im kleinen Hypaipa wohnte. Um deren bewundernswerte Arbeit zu erblicken, verließen die Nymphen oft die Weingärten ihres Timolos, die Nymphen verließen ihre paktolischen Wellen. Und sie freuten sich nicht nur, die gemachten Kleider zu betrachten, sondern auch, wie sie gemacht werden: Es war so große Schönheit der Kunst da, wenn sie die gröbere Wolle in erste Knäuel aufwickelte oder wenn sie mit den Fingern das Werk schlichtete und wiederholt durch langes Ziehen den Stoff mit Nebel verlgleichbar erweichte oder wenn sie mit leichtem Daumen die gerundete Spindel umherschwang oder wenn sie mit der Webernadel malte; man könnte glauben, dass sie von Pallas gelehrt worden war; die Meisterin selbst leugnet dies jedoch und so gekränkt sagt sie: „Streite sie mit mir: es gibt nichts, was ich besiegt verweigere!“
Pallas täuscht vor, eine alte Frau zu sein: Und sie fügt falsches Grau hinzu und auch schwache Glieder, auf einen Stab gestützt. Dann begann sie so zu sprechen: „Höheres Alter hat nicht alles, wovor wir fliehen: Mit dem Alter kommt Erfahrung. Verschmähe meinen Rat nicht: Von dir möge unter den Sterblichen höchster Ruhm der Wollarbeit erstrebt werden; Weiche der Göttin und bitte mit demütiger Stimme um Verzeihung für deine Worte, Unbesonnene: Jene wird der Bittenden verzeihen.“
Sie sah diese mit finsterem Gesicht an und ließ den begonnenen Faden und die Hand kaum zurückhaltend und den Zorn im Gesicht bekennend, antwortete sie der verborgenen Pallas mit solchen Worten: „Du kommst arm an Verstand und ermüdet vom hohen Alter und es schadet, lange gelebt zu haben. Diese Stimmen möge deine Schwiegertochter, wenn du eine hast, deine Tochter, wenn du eine hast, hören; ich habe genug Rat in mir, und du sollst nicht glauben, dass du durch Mahnen etwas ausgerichtet hast, ich habe dieselbe Meinung. Warum kommt sie nicht selbst? Warum meidet jene den Kampf?“ Dann sagte die Göttin: „Sie ist gekommen!“ Und sie entfernte die Gestalt der alten Frau und stellte Pallas dar: Die Nymphen verehren sie und die mygdonischen Frauen; Nur das Mädchen war nicht erschreckt, aber trotzdem errötete sie und es erschien gegen ihren Willen plötzliche Röte auf ihrem Gesicht und sie verschwand wieder, wie die purpurne Luft zu erscheinen pflegt, wenn Aurora zuerst bewegt wird und kurze Zeit später durch den Aufgang der Sonne weiß erglänzt.
Sie beharrt auf dem Entschluss und durch Begierte nach einem törichten Siegespreis stürzt sie sich in ihr Schicksal; die Tochter von Jupiter weigert sich nämlich nicht, weder warnt sie noch mehr, noch schiebt sie den Kampf auf. Unverzüglich stellen sich beide an verschiedenen Seiten auf und bespannen mit dünnstem Faden die beiden Webstühle. Der Webstuhl ist durch ein Joch verbunden und ein Schilfrohr trennt den Grundfaden, der Einschlag wird in der Mitte von scharfen Speichen eingefügt, den die Finter ordnen und die eingeschnittenen Zähne schlagen den durch die Grundfäden geführten durch einen gestoßenen Kamm. Und beide beschleunigen die Arbeit und bewegen im Bezug auf die Kleider gegürtet die gelehrten Arme mit täuschender Mühe. Dort wird Purpur gewebt, der auch im tyrischen Kessel gefärbt wurde, und dünne Schatten eines kleinen Unterschieds; wie bei einem Regenguss, wenn die Sonnenstrahlen gebrochen worden sind, ein Bogen pflegt durch eine gewaltige Krümmung den weiten Himmel zu färben; obwohl in diesem tausend verschiedene Farben glänzen, täuscht trotzdem der Übergang selbst die betrachtenden Augen: Bus zu dem, was er berührt, ist er derselbe, Trotzdem ist das Letzte entfernt. Dort wird der Faden auch mit geschmeidigem Gold durchwirkt, und im Gewebe wird alter Stoff gewebt.
Pallas stellt auf der cecropischen Burg den Felsen des Mars dar und den alten Streig um den Namen des Landes. Zweimal sechs Götter sitzen mit erhabenem Ernst auf hohen Sitzen, in der Mitte Jupiter; jeden der Götter beschreibt eine Gestalt. Jupiters Aussehen ist königlich; den Gott des Meeres lässt sie stehend und mit dem langen Dreizack raue Steine stoßend, und aus der Mitte der Wunde des Steins sprang Wasser heraus, mit welchem Pfand er die Stadt gewinne; aber sich gibt sie einen Schild, sie gibt sich die Lanze mit scharfer Spitze, sie gibt dem Kopf einen Helm, die Brust wird von einem Schild beschützt und sie stellt künstlerisch dar, wie die von ihrem Speer getroffene Erde mit Beeren die Fruchtbarkeit des grauen Olivenbaums hervorbringt und wie die Götter staunen: Der Sieg ist das Ende der Mühe. Dass die Neiderin des Ruhmes trotzdem an Beispielen versteht, welchen Preis sie für das so wütende Wagnis erhofft, fügt sie vier Wettstreite in den vier Ecken hinzu, deutlich in ihrer jeweiligen Farbe, verziert durch kleine Bildchen: Einen Winkel nimmt das thrakische Rhodopegebirge und das Haemus-Gebirge ein, nun frostige Berge, einst sterbliche Körper, die sich die Namen der höchsten Götter zuteilten; ein anderer Teil zeigt das beklagenserte Schicksal der pygmaiischen Mutter: Iuno befahl dieser, nachdem sie im Wettkampf besiegt worden war, dass sie ein Kranich ist und ihrem eigenen Volk den Krieg erklärt. Sie stellt auch Antigone dar, die die königliche Gattin, nachdem sie es einst gewagt hatte mit der Gattin Jupiters zu kämpfen, in einen Vogel verwandelte, weder Ilion noch der Vater Laomedon schützte jene davor, dass sie sich selbst als weißer Storch, nachdem das Gefieder angenommen worden ist, mit klapperndem Schnabel Beifall gibt; der Winkel, der als einziger übrig ist, zeigt den verwaisten Cinyras; und dieser, der die Stufen des Tempels, die Glieder seiner Tochter, umarmt und auf dem Stein liegt, scheint zu weinen. Sie umrandete den Rand außen mit friedlichen Olivenbaumzweigen (dieser ist das Maß) und beendet das Werk mit ihrem Baum.
Die Maeonerin wählt die von dem Bild des Stieres getäuschte Europa: Man könnte den Stier und das Meer für echt halten; sie schien selbst das zurückgelassene Land zu betrachten, ihre Gefährtinnen zu rufen, die Berührung des Wassers zu fürchten und die furchtsamen Füße zurückzuziehen. Sie stellte auch dar, dass Aasterie von einem ringenden Adler festgehalten wurde, sie zeigte, dass Leda unter den Flügeln des Schwans ruht; sie fügte hinzu, wie Jupiter verhüllt von der Gestalt eines Satyrs mit doppelter Frucht die schöne Tochter des Nykteus erfüllte, wie er Amphitron war, als er dich, Tyrinthia, fasste, wie er Danae als Gold, Asopida als Feuer, Mnemosyne als Hirte und Deos Tochter als bunte Schlange täuschte. Auch dich, Neptun, bildete sie ab, verwandelt in einen jungen Stier mit der aiolischen Jungfrau; du zeugst in Gestalt des Enipeus das aolische Geschlecht, du täuschst als Widder Bisaltide und die sanfteste Mutter der Frucht mit blonden Haaren fühlte dich als Pferd, dich fühlte die schlangenbehaarte Mutter des fliegenden Pferdes als Vogel, Melantho fühlte dich als Delphin: All diesen gab sie ihre der Orte. Dort ist auch Phoebus in bäuerlicher Gestalt und wie er manchmal die Federn des Habichts, manchmal den Rücken des Löwen trägt, wie er Isse, die Tochter des Macareus, täuschte, wie er als falsche Traube Bacchus täuscht, wie Saturn als Pferd den zweifachen Cheiron zeugte. Der letzte Teil des Gewebes, umgeben von einem dünnen Rand, zeigt eingewebte Blumen mit zusammengeknüpften Efeuranken.
Pallas kann jenes Werk nicht, der Neid kann jenes nicht tadeln: Der Erfolg kränkt die blonde Heldin und sie zerriss die Bilder, die himmlischen Verbrechen, die Kleider und wie sie das Rad vom kytorischen Berg hielt, schlug sie dreimal, viermal das Gesicht von Arachne, der Tochter des Idmon. Die Unglückliche ertrug es nicht und schnürte mit einem Strick mutig die Kehle: Die mitleidige Pallas erhob die Hängende und sprach so: „Lebe zwar, hänge trotzdem, Untüchtige, und dasselbe Gesetz der Strafe, dass du nicht sorglos wegen der Zukunft bist, sei auch deinem Geschlecht und den spätesten Enkeln zugesprochen!“ Dann besprengte sie diese mit den Säften von hekateischem Kraut, während sie weggeht: Und sofort glitten die Haare von dem traurigen Mittel berührt herab, mit diesen sowohl die Nase als auch die Ohren, und der Kopf wird sehr klein; auch alles am Körper ist klein: An der Seite hängen magere Finger an Stelle der Beine, das Übrige ist der Bauch, von dem jene immer noch einen Faden entsendet und als Spinne gewohnte Gewebe fügt.


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