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 Betreff des Beitrags: OVID - Midas 11, 85-193
BeitragVerfasst: 01.06.2016, 22:28 
Lateiner

Registriert: 01.06.2016, 21:47
Beiträge: 3
Hallo,
ich musste von Ovid (Midas 11, 85-193) übersetzen.
Jedoch bin ich mir bei meiner Übersetzung ziemlich unsicher und würde mich freuen, wenn ihn jemand kontrollieren könnte.
Schon mal vielen lieben Dank! :)

85 Nec satis hoc Baccho est, ipsos quoque deserit agros
cumque choro meliore sui vineta Timoli
Pactolonque petit, quamvis non aureus illo
tempore nec caris erat invidiosus harenis.
hunc adsueta cohors, satyri bacchaeque, frequentant,


85 Und dieses ist Bacchus nicht genug, er verlässt auch die Felder
86 und er sucht mit besserer Schar die Weinberge seines Timolus
87 und Paktulus auf, wenn auch nicht in jener Zeit golden
88 und nicht um teuren Sand beneidet war.
89 Die gewöhnliche Kohorte des Satyres und Bacchus, sie feiern ihn,


90 at Silenus abest: titubantem annisque meroque
ruricolae cepere Phryges vinctumque coronis
ad regem duxere Midan, cui Thracius Orpheus
orgia tradiderat cum Cecropio Eumolpo.
qui simul agnovit socium comitemque sacrorum,


90 aber Silenus fehlt: Schwankend von Wein und von Alter
91 haben die ländlichen Phrygen ihn ergriffen und mit Kränzen gefesselt
92 haben sie ihn zu König Midas geführt, dem Tracius Orpheus
93 mit dem Athener Eumopus den orgischen Dienst überliefert hatte.
94 Sobald dieser den Gefährten und Begleiter der Heiligtümer erkannt hat,


95 hospitis adventu festum genialiter egit
per bis quinque dies et iunctas ordine noctes,
et iam stellarum sublime coegerat agmen
Lucifer undecimus, Lydos cum laetus in agros
rex venit et iuveni Silenum reddit alumno.


95 machte er fröhlich ein Fest für die Ankunft des Gastes.
96 Über zwei Mal fünf aneinander gereihte Tage und Nächte
97 hatte der 11. Lucifer schon den schwebenden Zug der Sterne verbunden,
98 als der vergnügte König zu den lydischen Feldern kam
99 und dem Silenus den jungen Pflegling zurückgab.


100 Huic deus optandi gratum, sed inutile, fecit
muneris arbitrium gaudens altore recepto.
ille male usurus donis ait 'effice, quicquid
corpore contigero, fulvum vertatur in aurum.'
adnuit optatis nocituraque munera solvit


100 Der über den zurückgebrachten Ernährer freuende Gott, erfüllte diesem die freie,
101 aber schändliche Wahl des zu wünschenden Geschenks.
102 Jener, der die Geschenke schlecht nutzen will, behauptet: „Mache, dass was auch immer
103 ich mit dem Körper berührt habe, zu glänzendem Gold verändert werden soll.“
104 Liber (Bacchus) stimmt den Wünschen zu und gewährte die schädlichen Geschenke


105 Liber et indoluit, quod non meliora petisset.
laetus abit gaudetque malo Berecyntius heros
pollicitique fidem tangendo singula temptat
vixque sibi credens, non alta fronde virentem
ilice detraxit virgam: virga aurea facta est;


105 und er empfand Schmerz, dass er nichts Besseres erstrebt hatte.
106 Froh geht der berecyntische Held (Midas) weg und freut sich über das Schlechte
107 und erprobt, einzelnes berührend, die Glaubwürdigkeit des Versprochenem
108 und kaum an sich glaubend, entriss er der nicht niedrigen (=hohen) Eiche
109 einen grünen Zweig mit Laub: Der Zweig ist golden gemacht worden (wurde zu Gold);


110 tollit humo saxum: saxum quoque palluit auro;
contigit et glaebam: contactu glaeba potenti
massa fit; arentis Cereris decerpsit aristas:
aurea messis erat; demptum tenet arbore pomum:
Hesperidas donasse putes; si postibus altis


110 Er hebt einen Stein von der Erde auf: Auch der Stein entfärbte sich zu Gold;
111 er berührte auch die Erdscholle (Erde): und durch die mächtige Berührung
112 wird die Erdscholle (Erde) ein Klumpen; er pflückte die trockenen Ähren des Ceres ab:
113 Die Ernte war golden; er hält vom Baum abgepflücktes Obst:
114 Du glaubst, dass Hesperida (ihn) geschenkt hat, wenn er die Finger den hohen Pfosten


115 admovit digitos, postes radiare videntur;
ille etiam liquidis palmas ubi laverat undis,
unda fluens palmis Danaen eludere posset;
vix spes ipse suas animo capit aurea fingens
omnia. gaudenti mensas posuere ministri


115 genähert hat, scheinen die Pfosten zu strahlen;
116 wo sich auch jener die Hände in flüssigem Wasser gewaschen hatte,
117 könnte das von den Händen fließende Wasser Dana täuschen;
118 kaum begreift er selbst mit dem Geist seine Hoffnungen während er sich alles aus Gold
vorstellte.
119 Ihm, der sich freute, stellten die Helfer Tische auf,


120 exstructas dapibus nec tostae frugis egentes:
tum vero, sive ille sua Cerealia dextra
munera contigerat, Cerealia dona rigebant,
sive dapes avido convellere dente parabat,
lammina fulva dapes admoto dente premebat;


120 die mit Speisen beladen worden waren und nicht des Brotes entbehrten.
121 Dann aber, wenn jener mit seiner Rechten
122 die Gaben der Ceres berührt hatte, erstarrten die Gaben der Ceres entweder
123 oder er beabsichtigte die Speisen mit einem gierigen Zahn zu entreißen,
124 bedeckte die glänzende Platte die Speisen nachdem sich der Zahn genähert hatte.


125 miscuerat puris auctorem muneris undis:
fusile per rictus aurum fluitare videres.
Attonitus novitate mali divesque miserque
effugere optat opes et quae modo voverat, odit.
copia nulla famem relevat; sitis arida guttur


125 Er hatte den Erschaffer der Gabe mit reinem Wasser vermischt.
126 Du scheinst, dass flüssiges Gold durch die offenen Münder (den offenen Mund) fließt.
127 Attonius wünscht, dass durch die Neuigkeit des Übels sowohl Reiche als auch Arme
128 vor dem Reichtum flüchten und er hasst das, was er eben noch gelobt hatte.
129 Kein Vorrat erleichtert den Hunger; trockener Durst verbrennt die Kehle,


130 urit, et inviso meritus torquetur ab auro
ad caelumque manus et splendida bracchia tollens
'da veniam, Lenaee pater! peccavimus' inquit,
'sed miserere, precor, speciosoque eripe damno!'
mite deum numen: Bacchus peccasse fatentem


130 und einer, der es verdient hat, wird von verhasstem Gold gequält
131 „Reiche die erhobene Hand und den prächtigen Arm zum Himmel
132 aus Gnade, Vater Lanaios! Wir haben gesündigt!“, sprach er
133 „aber erbarme dich, ich bitte, entreiße dich dem glänzendem Elend!“
134 Der sanfte Wille der Götter: Bacchus gab den, der zugab gesündigt zu haben


135 restituit pactique fide data munera solvit
'ne' ve 'male optato maneas circumlitus auro,
vade' ait 'ad magnis vicinum Sardibus amnem
perque iugum nitens labentibus obvius undis
carpe viam, donec venias ad fluminis ortus,


135 zurück und befreite ihn von den Geschenken, die ihm durch die Treue des Vertrages gegeben
wurden
136 „Und du sollst nicht bleiben von dem schlecht gewünschtem Gold,
137 geh!“, sagte er „zum Strom, der nahe beim großen Sardes ist
138 und nimm den Weg über den Gipfel strahlend entgegen den schwankenden Wellen
139 bis du zum Ursprung des Flusses kommst


140 spumigeroque tuum fonti, qua plurimus exit,
subde caput corpusque simul, simul elue crimen.'
rex iussae succedit aquae: vis aurea tinxit
flumen et humano de corpore cessit in amnem;
nunc quoque iam veteris percepto semine venae


140 und tauche deinen Kopf in der schäumenden Quelle unter, wo sie am meisten ausgeht
141 und wasche deinen Körper und zugleich die Schuld ab!“
142 Der König nähert sich dem befohlenem Wasser: Die goldene Kraft färbte
143 den Fluss und ging vom menschlichen Körper auf den Fluss über;
144 auch jetzt schon starren die Felder, die wegen der feuchten Erdschollen bleich sind,


145 arva rigent auro madidis pallentia glaebis.
Ille perosus opes silvas et rura colebat
Panaque montanis habitantem semper in antris,
pingue sed ingenium mansit, nocituraque, ut ante,
rursus erant domino stultae praecordia mentis.


145 von Gold, nachdem sie den Samen der alten Ader aufgenommen haben.
146 Jener pflegte sehr verhasst Reichtum, Wälder und Felder.
147 Pan, der immer in einer Berghöhle wohnt,
148 aber es blieb sein träger Verstand, und schädlich wie vorher,
149 sie dienten dem Besitzer erneut, das Herz voll törichten Sinnes.


150 nam freta prospiciens late riget arduus alto
Tmolus in ascensu clivoque extensus utroque
Sardibus hinc, illinc parvis finitur Hypaepis.
Pan ibi dum teneris iactat sua sibila nymphis
et leve cerata modulatur harundine carmen


150 Weil weit in das Meer vorausschauend mit steiler Steigung starrt das steil
151 ausdehnende Tmolus (Gebirge) auf den Anstieg an beiden Seiten
152 grenzt es hier an Sardes und dort an die kleine Hypäpa.
153 Und dort solange Pan sein verächtliches Zischen den jungen Mädchen aussprach
154 und er singt das Lied auf glatt gewachstem Schilfrohr


155 ausus Apollineos prae se contemnere cantus,
iudice sub Tmolo certamen venit ad inpar.
Monte suo senior iudex consedit et aures
liberat arboribus: quercu coma caerula tantum
cingitur, et pendent circum cava tempora glandes.


155 nachdem der Gesang (es) gewagt hat Apollo vor sich zu verachten,
156 unter dem Richter Tmolus kam er zum minderwertigen Wettkampf.
157 Der alte Richter setzte sich auf den Berg und befreite die Ohren
158 von den Bäumen: Die himmelblauen Lichtstrahlen sind lediglich
159 umgeben von der Eiche, und Eicheln hängen an beiden Seiten an den vertieften Schläfen.


160 isque deum pecoris spectans 'in iudice' dixit
'nulla mora est.' calamis agrestibus insonat ille
barbaricoque Midan (aderat nam forte canenti)
carmine delenit; post hunc sacer ora retorsit
Tmolus ad os Phoebi: vultum sua silva secuta est.


160 Und zwar sagte er zu dem Gott des Viehs schauend
161 „Beim Richter hält sich keiner auf.“ Er ließ auf den ländlichen Schilfrohren (Töne) erklingen
162 und jener besänftigte Midas (denn der war durch grauen Zufall da)
163 durch das barbarische Lied; nach diesem wandte der heilige Tmolus die Gesichter ab
164 bis zu dem Gesicht des Phoebus: Sein Wald folgte dem Gesicht.


165 ille caput flavum lauro Parnaside vinctus
verrit humum Tyrio saturata murice palla
instructamque fidem gemmis et dentibus Indis
sustinet a laeva, tenuit manus altera plectrum;
artificis status ipse fuit. tum stamina docto


165 Jener den goldenen Kopf gefesselt an parnasischem Lorbeer
166 fegte den Boden mit der Purpurschnecke Tyrius, nachdem eine Staubwolke gesättigt worden war,
167 hielt er die aufgestellte Treue mit den Knospen und den indischen Zähnen
168 von links aus, das Plektrum hielt er in der anderen Hand.
169 Der Zustand selbst war schöpferisch. Dann beunruhigte der Grundfaden,


170 pollice sollicitat, quorum dulcedine captus
Pana iubet Tmolus citharae submittere cannas.
Iudicium sanctique placet sententia montis
omnibus, arguitur tamen atque iniusta vocatur
unius sermone Midae; nec Delius aures


170 nachdem der Daumen gelehrt hat, deren von Süße gefangener
171 Tmolus befahl Pan, dass er die Rohre der Zitter senkt.
172 Das Gericht der Heiligen und die Meinung des Berges gefällt
173 allen, dennoch wird sie zu Unrecht beschuldigt
174 und einer wird durch die Rede des Midas genannt; und auch Delius erträgt


175 humanam stolidas patitur retinere figuram,
sed trahit in spatium villisque albentibus inplet
instabilesque imas facit et dat posse moveri:
cetera sunt hominis, partem damnatur in unam
induiturque aures lente gradientis aselli.


175 die dummen Ohren und die menschliche Gestalt nicht,
176 sondern er schleppte sie in den Raum und erfüllte sie mit blassen Häusern
177 und macht die unteren Gelenke und gibt, dass sie bewegt werden können:
178 Die übrigen sind Menschen, er wird in einem einzigen Teil verurteilt
179 und wird bekleidet mit Ohren eines langsam gehenden Esels.


180 ille quidem celare cupit turpique pudore
tempora purpureis temptat relevare tiaris;
sed solitus longos ferro resecare capillos
viderat hoc famulus, qui cum nec prodere visum
dedecus auderet, cupiens efferre sub auras,


180 Jener wünscht sich freilich mit hässlichem Anstand die Schläfen zu verbergen
181 und mit purpurroten Turbanen zu helfen;
182 Aber der übliche Helfer hatte die langen Haare mit diesem Eisen zu schneiden
183 gesehen und als dieser es auch nicht wagte die gesehene Schande zu verraten,
184 wünschend unter der Luft hervorzubringen


185 nec posset reticere tamen, secedit humumque
effodit et, domini quales adspexerit aures,
voce refert parva terraeque inmurmurat haustae
indiciumque suae vocis tellure regesta
obruit et scrobibus tacitus discedit opertis.


185 und er könnte dennoch nicht schweigen, er entfernt sich
186 und gräbt die Erde aus, und er hat die derartig beschaffenen Ohren des Herren angesehen,
187 er bringt sie durch die kleine Stimme seiner geschöpften Erde zurück
188 und er murmelt in die Aussage hinein und er überschüttet den zurückgetragenen Boden mit
Stimmen
189 und er entfernt sich verschwiegen von den geheimen Gruben.


190 creber harundinibus tremulis ibi surgere lucus
coepit et, ut primum pleno maturuit anno,
prodidit agricolam: leni nam motus ab austro
obruta verba refert dominique coarguit aures.


190 Dort begann auch der üppige Wald von schwankenden Schilfrohren sich zu erheben,
191 und sobald er im vollendeten Jahr gereift ist,
192 klagte er den Bauern an: Denn er bringt vom milden Südwind bewegt
193 die vergrabenen Worte zurück und er überführt die Ohren des Herren.


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 Betreff des Beitrags: Re: OVID - Midas 11, 85-193
BeitragVerfasst: 02.06.2016, 12:29 
Lateiner

Registriert: 14.05.2012, 13:33
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