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BeitragVerfasst: 20.09.2007, 21:31 
Lateiner
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Hallo!

Ich hab in den Ferien ein bisschen Livius übersetzt um mich schon mal daran zu gewöhnen, weil wir den in diesem Schuljahr übersetzen. Ich hab mir gedacht ich poste das mal hier. Der Text müsste über weite Strecken richtig übersetzt sein, weil ich zum einen eine Übersetzung zur Hand hatte und weil ich zum anderen nicht das Gefühl hatte, dass ich viel falsch gemacht habe. Es ist übrigens aus Buch 1, Kapitel 1-7:


Kapitel 1

Zuallererst ist schon hinlänglich bekannt, dass man nach der Eroberung Trojas auf die übrigen Trojaner wütend war, und dass die Griechen jedes Kriegsrecht von den zweien, Aeneas und Antenor ferngehalten haben, sowohl wegen dem Recht der alten Gastfreundschaft als auch weil sie sich um den Frieden und Helenas Rückkehr bemüht haben; dann kam Antenor mit einer Menge von Euneter, die – durch einen Zwiespalt aus Paphlagonien vertrieben – sowohl Wohnsitze als auch einen Führer suchten, weil sie ihren König Pylaemenis bei Troja verloren hatten, zur tiefsten Bucht des adriatischen Meers. Und nachdem sie die Euganen vertrieben hatten, die zwischen dem Meer und den Alpen siedelten, besaßen die Euneter und die Trojaner dieses Land. Und den Ort, in dem sie zuerst gelandet sind, nennt man Troja und von da aus hat die trojanische Region seinen Namen. Das gesamte Volk wird Veneter genannt. Während ihn aber das Schicksal zu größeren Bestimmungen führte, kam Aeneas als Flüchtiger von zu Hause von einer ähnlicher Niederlage zuerst nach Makedonien, dann verschlug es ihn nach Sizilien, das Wohnsitze suchte, und er steuerte mit einer Flotte von Sizilien zu den Feldern von Laurentinum. Auch diesen Ort nennt man Troja. Dort liefen die gestrandeten Trojaner, denen kürzlich von einer gewaltigen Irrfahrt nichts außer Waffen und Schiffe übrig blieb, obwohl sie die Beute von den Feldern raubten, der Latinerkönig und die Ureinwohner, die damals dieses Land besaßen, aus der Stadt und von den Feldern zusammen um den Angriff der Ankömmlinge mit Waffen abzuwehren. Von da an gibt es eine zweifache Überlieferung: Die einen berichten, dass Latinus, das durch eine Schlacht besiegt wurde, mit Aeneas erst Frieden schloss, und dann Freundschaft schloss. Nachdem die aufgestellte Schlachtordnung festgesetzt worden war, gaben die anderen das Signal, dass Latinus unter den vordersten vorgerückt ist und den Führer der Ankömmlinge zu einem Gespräch herausgerufen hat. Er fragte, was für Männer sie wären, woher sie kommen oder durch welchen Zufall sie von zu Hause aufgebrochen sind oder warum die Suchenden im Laurentinum an Land gegangen sind. Nachdem er hörte, dass die Menge Trojaner sind, dass der Führer Aeneas ist, der Sohn von Anchises und Venus, dass sie von zu Hause geflohen sind, weil ihre Heimatstadt niedergebrannt wurde, bewunderte er sowohl die noble Benehmen des Mannes und des Stammes als auch den Geist, der entweder auf Krieg oder auf Frieden vorbereitet war, so dass er das Versprechen für eine zukünftige Freundschaft festsetzte, indem er ihm die rechte Hand gab. Von da an wurde ein Bündnis zwischen den Führern geschlossen und der Gruß zwischen den Heeren wurde gemacht. Aeneas wurde von Latinus wie ein Gast bewirtet; dort fügte Latinus bei den Penaten, den Hausgöttern, dem politischen ein privates Bündnis hinzu, nämlich dass seine Tochter dem Aeneas zur Frau gegeben wird.
Jedenfalls bestärkte dieser Vorfall die Hoffnung Trojas auf einen sicheren und geschützten Wohnsitz und auf das Ende der Irrfahrt. Sie gründen eine Stadt; Aeneas nennt es vom Namen seiner Frau her Lavinium. Nach kurzer Zeit wurde der neuen Ehe ein kleiner Mann geboren, dem die Eltern den Namen Ascanius gaben.


Kapitel 2

Dann fingen die Ureinwohner und die Trojaner gleichzeitig an, Krieg zu führen. Turnus, der König der Rutuler, dem Lavinia vor Aeneas’ Ankunft als Verlobte versprochen worden war, ertrug den Ankömmling, der ihm vorgezogen worden war, nur ungern und hatte gleichzeitig mit Aeneas und Latinus Krieg angefangen. Keines der beiden Heere ging aus diesem Kampf als glückliches hervor: Die Rutuler waren die Besiegten; Die Ureinwohner und die Trojaner verloren als Sieger ihren Führer Latinus. Dann flohen Turnus und die Rutuler, die den Geschehnissen misstrauten, angesichts der blühenden Macht der Etrusker und der Mezenter zum König dieser, der als Herrscher über Caere – damals eine reiche Stadt – schon von Beginn überhaupt nicht glücklich über den Ursprung der neuen Stadt war und glaubte, dass die Trojaner damals viel zu schnell wachsen, so dass die Nachbarn nicht mehr genügend geschützt wären und er schloss die gemeinsamen Waffen mit den Rutulern zusammen. Im Hinblick auf den Schrecken eines so großen Krieges nannte Aeneas, damit er die Herzen der Ureinwohner für sich zu gewann, und damit sie alle nicht nur unter demselben Recht, sondern auch unter demselben Namen waren, beide Völker Latiner. Und von da an wichen die Ureinwohner aus Ergebenheit und Vertrauen gegenüber ihrem König Aeneas nicht von der Seite der Trojaner. Und Aeneas, der auf diese Herzen der zwei Völker vertraute, die von Tag zu Tag mehr zusammenwuchsen, führte die Truppen, obwohl Etrurien ein so große Menge an Streitkräften besaß, dass der Ruf seines Namens nicht mehr nur das land, sondern auch das Meer entlang der ganzen Länge Italiens von den Alpen bis zur sizilianischen Meerenge erreichte, dennoch in das Schlachtfeld hinaus, obwohl er den Krieg von den Stadtmauern abhalten konnte. Die Schlacht verlief günstig für die Latiner, aber es war auch das letzte sterbliche Werk des Aeneas. Wie es auch immer göttliches und menschliches Recht ist, dass dieser so genannt wird, er wurde oberhalb des Flusses Numicus begraben: Sie nennen ihn altrömischen Jupiter.


Kapitel 3

Ascanius, der Sohn des Aeneas, war noch nicht reif für die Herrschaft; dennoch stand ihm diese Herrschaft im Erwachsenenalter wohlbehalten bevor. Lange Zeit unter mütterlichen Schutz – Lavinia hatte eine große Begabung dafür – war das lavinische Vermögen und die großväterliche und väterliche Königsherrschaft für den Jungen bestimmt. Ich will nicht es unentschieden lassen – wer erklärt ein so altes Vermögen für gewiss? – ob dieser Ascanius oder ein älterer als er war, der von Crëusa – als Troja noch unversehrt war – geboren wurde und von da an ein Begleiter der Flucht des Vaters war, und den das julische Geschlecht als Gründer ihres Namens Iulus nannte. Dieser Ascanius, wo und von welcher Mutter er auch immer geboren wurde – wenigstens steht fest, dass er von Aeneas abstammt – ließ seiner Mutter oder seiner Stiefmutter, während die Bevölkerung von Lavinium reich war, eine blühende, wie die Verhältnisse schon damals waren, und wohlhabende Stadt zurück und er selbst gründete am Fuß des Berges Albanus eine Neue, die Alba Longa genannt wird und sich von seiner Lage bis zum Rücken des Berges erstreckt. Fast dreißig Jahre liegen zwischen der Gründung Laviniums und der Ansiedelung der Kolonie in Alba Longa. Dennoch ist die Macht so sehr gewachsen, am meisten durch die Zerschlagung der Etrusker, dass es weder Mezentius und die Etrusker noch irgendwelche andere Einwohner nicht einmal nach dem Tod des Aeneas und auch nicht zwischen dem mütterlichen Schutz und den ersten Versuchen des Knaben als König zu herrschen gewagt haben die Waffen zu bewegen. So war Friede eingekehrt, dass der Fluss Albula, den sie nun Tiber nannten, für die Etrusker und die Latiner die Grenze war. Dann herrschte Silvius, der Sohn des Ascanius, der einst durch Zufall in den Wäldern geboren wurde; dieser zeugte Aeneas Silvius; dieser dann Latinus Silvius. Er hat einige Kolonien angesiedelt, sie werden die frühen Latiner genannt. Später blieb allen Silviern, die in Alba geherrscht haben, der Beiname. Ihre Namen waren Alba, Atys, Capys, Capetus und Tiberinus, der dem für die Nachkommen bekannten Fluss den Namen gab, weil er bei der Überfahrt des Stromes Albula ertrank. Dann herrschte Agrippa, der Sohn des Tiberinus, und nach Agrippa Romulus herrschte Silvius, nachdem er die Herrschaft von seinem Vater erhalten hatte. Er selbst, der von einem Blitz getroffen wurde, übergab Aventinus die Königsherrschaft durch einen Handschlag. Dieser, der auf diesem Hügel begraben wurde, der nun ein Teil der römischen Stadt ist, gab dem Hügel seinen Beinamen. Dann herrschte Proca. Dieser zeugt Numitor und Amulius, dem Numitor, der der älteste der Nachkommenschaft war, vermachte er die langjährige Königsherrschaft des Silvianischen Geschlecht. Dennoch vermochte die Gewalt mehr als es der Wille des Vaters oder und die Verehrung der Zeit war: Nachdem sein Bruder vertrieben worden war, herrschte Amulius. Er fügte dem Verbrechen ein Verbrechen hinzu: er tötete die männliche Nachkommenschaft seines Bruders und raubte der Tochter seines Bruders, Rea Silvia, durch den Vorwand der Ehre, wegen der ewigen Jungfräulichkeit die Hoffnung auf eine Geburt, nachdem er diese als Vestalin auserwählt hatte.


Kapitel 4

Aber der Ursprung einer so großen Stadt und der Anfang der größten Herrschaft mit der Macht der Götter ist, wie ich glaube, dem Schicksal zu verdanken. Nachdem die Vestalin, dadurch, dass sie vergewaltigt worden war, Zwillinge geboren hatte, rief sie Mars als Vater der ungewissen Nachkommenschaft aus, sei es, dass sie es so glaubte, oder weil ein Gott als Verursacher der Untat ehrenvoller war. Aber weder die Götter noch die Menschen befreien entweder sie selbst oder ihre Nachkommenschaft von der königlichen Grausamkeit: Die Priesterin wird gefesselt und in Gewahrsam gegeben, die Jungen lässt man in strömendes Wasser werfen. Der Tiber, der – von den Göttern vorherbestimmt –durch einen gewissen Zufall über seine Ufer getreten war, konnte wegen des langsam zurückfließenden Wassers auch nicht am Verlauf des richtigen Stroms begangen werden und gab den Trägern die Hoffnung, dass die Kindern in dem auch noch so trägen Wasser ertränkt werden könnten. So als hätten sie den Befehl des Königs ausgeführt, setzten sie die Kinder an der nächsten Stelle der Überschwemmung aus, wo jetzt der Feigenbaum der Ruminalis steht, man sagt sie habe Romularis geheißen. Die Verlassenheit in diesen Gegenden ist unermesslich. Die Überlieferung hält daran fest, dass, nachdem das seichte Wasser im Land von dem auf den Wasser treibenden Trog, in dem die Kinder ausgesetzt wurden, abließ, eine dürstende Wölfin aus den Bergen, die im Umkreis liegen, ihre Richtung auf das Geschrei der Kinder hin ausgerichtet hat; diese hielt den Kindern ihre Zitzen, die sie hinuntergelassen hatte, so friedlich hin, dass ein Hirte der königlichen Herde – man sagt, dass sein Name Faustulus war – sie fand, wie sie die Kinder mit der Zunge ableckte. Von diesem wurden sie auf dem Hof Larentia, seiner Frau, übergegeben, um sie groß zu ziehen. Es gibt Leute, die glauben, dass Larentia „Wölfin“ genannt wurde, weil ihr Körper für jeden zu haben war; deswegen ist der Wundergeschichte Raum gegeben worden. So aufgewachsen und so erzogen durchstreiften sie, als plötzlich die Zeit reif war, weder in den Ställen noch bei der Herde faul, die Gebirgswälder. Dadurch dass sie dann an körperlicher und geistiger Kraft erstarkt waren, leisteten sie nicht mehr nur den wilden Tieren Widerstand, sondern griffen die Räuber an, die mit Beute beladen waren und teilten das Geraubte mit den Hirten und feierten mit diesen ernste und lustige Dinge, während das Gefolge der Jungen Männer von Tag zu Tag wuchs.


Kapitel 5

Es heißt, dass das Lupercalienfest schon damals im Palatinischen Gebirge gewesen sei, und aus Pallanteum, einer Stadt in Arkadien, wurde Pallantium, dann wurde der Berg Palatium genannt; dort veranstaltete Evander, der – aus diesem Geschlecht der Arkadier - das Gebiet wohl viele Jahre vorher besaß, ein Fest aus Arkadien, dass nackte junge Männer, die mit spielerischer Ausgelassenheit den Gott Pan verehren, den die Römer dann Inuus genannt haben, durch das lycaenische Gebirge laufen. Als das Fest durch diejenigen, die sich dem Schauspiel hingaben, bekannt wurde, lagen die Räuber aus Zorn wegen der verlorenen Beute auf der Lauer und nahmen Remus gefangen, während hingegen sich Romulus mit Kraft verteidigt hatte, und übergaben den Gefangenen dem König Amulius, und klagten sie noch dazu an. Am meisten machten sie ihnen zum Vorwurf, dass sie die Ländereien des Numitor überfallen haben; diese rauben, nachdem sie eine Hand voll junger Männer versammelt haben, die Beute in Art und Weise eines Feindes. So wurde Remus zur Bestrafung dem Numitor übergeben. Schon vom Anfang an hatte Faustulus gehofft, dass bei ihm die Nachkommenschaft des Königs erzogen worden war; denn zum einen wusste er, dass die Kinder auf Befehl des Königs ausgesetzt und zum anderen passt die Zeit , in der er diese gefunden hatte, zu eben dieser. Aber er wollte nicht, dass die Angelegenheit vorzeitig aufgedeckt wird, außer aus einem günstigen Augenblick oder einer Notwendigkeit heraus. Die Notwendigkeit kam früher: so eröffnete er Romulus aus Furcht die Lage. Durch Zufall eröffnete er es auch dem Numitor, weil er Remus in Gewahrsam hatte und gehört hatte dass die Brüder Zwillinge seien, und sowohl durch Vergleichen des Alters der beiden als auch durch Betrachtung des sehr wenig sklavische Wesen, und die Erinnerung an die Enkel berührte seinen Geist. Durch Nachforschung gelangte er zur gleichen Erkenntnis wie Faustulus,
So wurde für den König von allen Seiten eine List angezettelt. Romulus griff den König nicht mit einer Schar von jungen Männern an – in einem offenen Kampf wäre er ihm nämlich nicht ebenbürtig – sondern dadurch, dass er den Hirten befahl auf anderem Weg zu gegebener Zeit zum Königsschloss zu kommen; auch Remus half dadurch, dass er von Haus des Numitor aus eine andere Bande zusammenstellte. So tötete er den König.


Kapitel 6

Numitor behauptete während der ersten Unruhen wiederholt, dass die Feinde in die Stadt eingedrungen sind und den Palast angegriffen haben. Als er die Männer davon abgehalten hatte mit Besatzung und Waffe in die albanische Burg einzudringen, nachdem er sah, dass die jungen Männer nach dem Blutbad fortfuhren ihm zu gratulieren, rief er sogleich eine Versammlung ein und zeigte die Verbrechen seines Bruders gegen ihn und die Herkunft seiner Enkel, wie sie gezeugt, erzogen und wieder erkannt wurden. Er legte zunächst den Mord an den Tyrannen dar und sich als Urheber dessen. Nachdem die jungen Männer, die mit einem Heereszug mitten durch die Versammlung gegangen sind, ihren Großvater als König begrüßt hatten. Das einstimmige Votum aus der ganzen Bevölkerung, die alles verfolgte, übergab dem König den rechtskräftigen Titel und die Herrschaft.
Nachdem der albanische Staat Numitor überlassen worden ist, ergriff Romulus und Remus der Wunsch in dieser Gegend, in der sie ausgesetzt worden sind und in der sie erzogen worden sind, eine Stadt zu gründen. Und die Menge an Albaner und Latiner war im Überfluss vorhanden; dem schlossen sich auch die Hirten an, die alle unbedenklich die Hoffnung verbreiteten, dass Alba klein und Lavinium klein im Vergleich zu dieser Stadt sein würde, die gegründet wurde. Zu diesen Plänen kam ein vom Großvater ererbtes Übel dazu, die Begierde nach Herrschaft, und deswegen entstand gleich nach dem friedlichen Anfang ein abscheulicher Wettkampf. Weil sie ja Zwillinge waren und auch die Achtung vor dem Alter den Unterschied nicht ausmachen konnte, suchte sich Romulus die Tempel auf dem Palatin aus und Remus die auf dem Aventin, damit die Götter, unter deren Schutz diese Gegend war, mit Augurien auswählen, wer der neuen Stadt einen Namen gibt und wer die gegründete Stadt mit seinem Befehl beherrscht.


Kapitel 7

Man sagt, dass Remus als erster ein Vorzeichen erhalten hat: sechs Geier; Und als sich Romulus schon nach Verkündigung des Vorzeichens die doppelte Anzahl zeigte, hat ihre Bevölkerung beide als Könige begrüßt: Die einen rissen die Herrschaft wegen des zeitlichen Vorsprungs an sich, aber die anderen wegen der Anzahl der Vögel. Dann sind sie durch eine Auseinandersetzung aneinandergeraten, und durch die erhitzten Gemüter wurde daraus ein Gemetzel; dort im Tumult kam Remus um, weil er erschlagen wurde. bekannter ist die Überlieferung, dass Remus durch den Spott seines Bruders über die neuen Mauern gesprungen ist; dann wurde er vom zornigen Romulus getötet, nachdem er folgende Worte schimpfend hinzugefügt hatte: „So wird es jedem ergehen, der über meine Mauern springen wird. So bemächtigte sich Romulus als einziger der Herrschaft. Die gegründete Stadt wurde nach dem Namen des Gründers benannt.
Als erstes befestigte er den Palatin, auf dem er selbst erzogen wurde. Für die anderen Götter baute er Heiligtümer nach Art von Alba Longa, für Herkules nach griechischer Art, wie sie auch Evander gebaut hatte. Sie erinnern daran, dass Herkules die Rinder mit einem sonderbaren Vorwand weggetrieben hat, nachdem er den Riesen Geryon getötet hatte, und dass er die Rinder und sich selbst – erschöpft von der Reise – auf eine Wiese in der Nähe des Flusses Tiber, wo er, während er die Herde vor sich her trieb, hinübergeschwommen ist, gelegt hat um sich durch Ruhe und reichhaltige Nahrung zu erholen. Nachdem er sich vom Essen und vom Wein beschwert gefühlt und ihn der Schlaf dort überwältigt hatte, tauchte ein Hirte mit dem Namen Cacus auf, der ein Bewohner dieser Gegend war und der durch seine Muskeln wild aussah. Nachdem dieser, der von der Schönheit der Rinder angezogen wurde, diese Beute wegschaffen wollte, zog er die weggeschafften Rinder, jedes von außerordentlicher Schönheit, an ihren Schwänzen in eine Höhle, weil den suchenden Herren die Fußspuren selbst dorthin hinabführen würden, wenn er die Herde, indem dass er sie getrieben hätte, in die Höhle befördert hätte. Nachdem Herkules, der bei der ersten Morgenröte aus dem Schlaf aufgeweckt wurde, die Herde mit den Augen gemustert hatte und durch Nachzählen bemerkt hatte, dass ein Teil fehlt, ging er zur nächsten Höhle, ob vielleicht Spuren dorthin führten. Sobald er sah, dass all diese nach draußen und nicht in eine andere Richtung führten, fing er verwirrt und im Geiste verstört an, die Herde von diesem unsicheren Ort weiter weg zu treiben. Als dann manche weggetriebenen Viecher aus Verlangen nach den Zurückgelassenen gemuht hatten, wie es so ist, brachte Herkules das Muhen der eingeschlossenen Schafe, das aus der Höhle wiederhallte, zum Umkehren. Als Cacus versucht hatte diesen, der zur Höhle ging, mit Gewalt abzuhalten, wurde er mit einem Schlag einer Keule getötet, wobei er nach der Hilfe der Hirten rief.
Damals herrschte Evander, ein Verbannter aus dem Peloponnes, mehr mit Einfluss als mit Befehlsgewalt über diesen Ort. Er war ein ehrwürdiger Mann und ein Wunder der Briefe, einer neuen Sache der Kunst unter den ungebildeten Menschen. Er war sehr ehrwürdig, weil seine Muter für eine Gottheit gehalten wurde, die diese Völker vor Sibylla’s Ankunft in Italien als Wahrsagerin bewunderten. Nachdem dieser Evander, der durch das Zusammenlaufen der verängstigten Hirten um den Ankömmling herum, der als Schuldiger dieses Mordes ertappt wurde, den Tathergang und den Grund der Tat hörte, fragte er wer der Mann wäre, und betrachtete das Aussehen und die Figur des Mannes, die sehr viel prächtiger und herrlicher als die eines Menschen war. Sobald er seinen Namen und seinen Vater und sein Heimatland vernahm, sagte er: „Sei gegrüßt, Herkules, Sohn des Jupiters; meine Mutter, eine wahr sprechende Gottesdeuterin, sagte mir, dass du den Kreis der Götter erweitern wirst und dass dir hier ein Altar gewidmet wird, so dass das wohlhabendste Volk auf Erden ihn „Ara Maxima" nennt und nach deinem Brauch verehrt. Nachdem Herkules ihm die rechte Hand gegeben hatte, sagte er dass er das Zeichen annimmt und dass er das Schicksal durch Gründung und Weihung eines Altars erfüllen wird. Dann wurde dort als erstes ein besonderes Schaf aus der Herde ausgewählt und für Herkules geopfert. Die Potitii und die Pinarii, die damals als die berühmtesten Familien an diesem Ort siedelten, wurden zum Opferdienst und zum Opfermahl hinzugezogen. So passierte es zufällig, dass die Potitii zu dieser Zeit anwesend waren und dass diesen die edlen Eingeweide vorgesetzt wurden, und dass die Pinarii zum übrigen Opfermahl kamen, nachdem die edlen Eingeweide angebissen worden waren. Von da an blieb der Brauch, dass sie nicht von diesen alljährlichen Eingeweiden essen, solange es das Pinariische Geschlecht gab. Die Potitii, die von Evander gründlich gelehrt wurden, waren viele Generationen lang die Oberpriester dieses Opferbrauches, solange bis das ganze Geschlecht der Potitii zugrunde ging, weil der alljährliche Opferdienst der Familie den öffentlichen Sklaven übergeben wurde. Bald übernahm Romulus diesen Opferbrauch als einzigen Ausländischen von allen, und schon bald war er ein Anhänger der durch Tapferkeit hervorgebrachten Unsterblichkeit, zu der ihn sein Schicksal führte.


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Zuletzt geändert von gandalf am 05.10.2007, 14:13, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 01.10.2007, 18:40 
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Und hier ist noch die Praefatio:

Ob es der Mühe Wert sein wird, wenn ich die Geschichte des römischen Volkes von Beginn der Stadt an genau beschrieben habe, weder weiß ich es noch könnte ich es zu sagen wagen, wenn ich es wüsste, weil ich doch sehe, dass die Geschichte sowohl alt als auch bekannt ist, weil immer wieder neue Schriftsteller glauben, dass sie entweder in der Geschichte irgendetwas genaueres hinzufügen werden oder dass sie die Kunstlosigkeit der Vorgänger durch ihre Fertigkeit zu schreiben übertreffen. Wie es auch immer sein wird, wird es mich dennoch freuen - soviel ich leisten kann - auch selbst für ein Andenken an die Taten des führenden Volkes auf Erden gesorgt zu haben; auch wenn mein Ruf in einer so großen Menge von Schriftstellern wohl im Verborgenen liegen mag, könnte ich mich wohl mit der Berühmtheit und mit der Größe derer trösten, die meinem Namen im Weg stehen.
Außerdem ist die Angelegenheit von ungeheuerer Mühe, weil sie bis auf das siebenhundertste Jahr zurückgeht und weil sie von kleinen Anfangen ausgeht und soweit gewachsen ist, dass sie schon unter ihrer Größe leidet; und ich zweifle nicht daran, dass die ersten Ursprünge und das, was den Ursprüngen am nächsten ist, den meisten Lesern weniger Vergnügen bereitet, die gedanklich zu den neuen Zeiten eilen, durch die sich die Kräfte eines übermächtigen Volkes schon seit langer Zeit selbst aufreiben; ich dagegen möchte dies auch als Belohnung meiner Arbeit erreichen, dass ich mich vom Anblick der Übel abwende, die unsere Zeit schon so lange sieht, wenigstens so lange, bis ich mir die alten Zeiten verwirkliche, frei von jeder Sorge, die den Geist des Schreibers, wenn auch nicht von der Wahrheit abbringen, aber dennoch beunruhigen kann. Das, was vor der Gründung der Stadt oder vor dem Plan die Stadt zu gründen wird mehr mit dichterischen Fabeln ausgeschmückt als mit unverfälschten Andenken an die Geschichte überliefert wird, will ich weder bekräftigen noch widerlegen. Diese Nachsicht wird der alten Zeit gegeben, dass sie die menschlichen Anfänge der Stadt durch Vermischen mit den göttlichen erhabener gemacht hat; auch wenn es irgendeinem Volk erlaubt sein muss seine Ursprünge zu vergöttlichen und auf die Götter als Urheber zurückzuführen, gehört dem römischen Volk ein solcher Kriegsruhm, dass, weil es vornehmlich Mars als seinen und den Vater seines Gründers ausgibt, das Menschengeschlecht auch das mit Gleichmut erträgt so wie es die Herrschaft erträgt.
Aber wie das und ähnliches auch immer wahrgenommen oder eingeschätzt wird, werde ich darauf kein großes Gewicht legen. Jeder sollte seinen Geist für sich aufmerksam auf jenes richten, welche Lebensweise und welche Sitten es gab, durch welche Männer und mit welchen Eigenschaften im Krieg und im Frieden Die Herrschaft sowohl hervorgebracht als auch vergrößert wurde, und dann, während die Ordnung allmählich schlechter wird, sollte jeder zum Beispiel zuerst den Verfall der Sitten mit dem Geist verfolgen, und dass sie daraufhin mehr und mehr schlechter werden, und dass sie dann anfangen zugrunde zu gehen, und schließlich gelangt man zu den heutigen Zeiten, durch die wir weder unsere Fehler noch die Heilmittel ertragen können. Dies ist besonders mit der Kenntnis der römischen Geschichte heilsam und fruchtbar, dass du lehrreiche Beispiele aller Art siehst, die in einem strahlenden Denkmal dargestellt sind; von da an sollst du für dich und deinen Staat das nehmen, was du nachahmen sollst und von da ist das, was du meiden sollst, schändlich am Anfang und schändlich am Ende.
Im übrigen täuscht mich entweder die Liebe zur unternommenen Aufgabe oder kein Staat war jemals weder größer noch gesegneter noch reicher an guten Beispielen, und es gibt auch keinen solchen Staat, in dem die Habgier und die Genusssucht so spät eingedrungen sind, und wo der Armut und der Sparsamkeit eine so große und so lange Ehre zu eigen ist. Denn je geringer die Begierde ist, desto weniger Besitz gibt es; erst vor kurzem führten Reichtümer die Habgier und übermäßige Vergnügungen die Sehnsucht ein durch Genusssucht und Verlangen zugrunde zu gehen und alles zu verderben.
Aber die Beschwerden, die nicht einmal dann erwünscht sein werden, wenn sie vielleicht notwendig sein werden, sollen wenigstens am Anfang einer so großen Sache nicht da sein. Vielmehr würden wir lieber mit guten Vorzeichen und mit Bitten und Gebeten an die Götter und Göttinnen beginnen, wenn es, wie bei den Dichtern, auch unsere Sitte wäre, damit sie dem Beginn einer so großen Arbeit glücklicher Erfolg gaben.

In Zukunft werden wohl noch mehr Kapitel von Livius' Ab urbe condita folgen, da wir ihn im Unterricht übersetzen.

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Zuletzt geändert von gandalf am 04.10.2007, 17:00, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 03.10.2007, 18:13 
Lateiner

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DANKE pseudoirrealis! Du rettest mich und meinen ganzen Kurs! Wir übersetzen im Moment auch Livius, Ab urbe condita und nichts ist frustrierender, als wenn man stundenlang mit ein paar Sätzen kämpft, sie nicht rausbekommt und dann nirgends eine Übersetzung findet! Jetzt kann man wieder bei Latein24 nachschauen, wenn man nicht weiterkommt und versuchen den Satz an Hand der Übersetzung zu verstehen! Vielen, vielen Dank im Namen des ganzen Latein-Leistungskurses, mach weiter, Kroeti :b :b
PS: Vielleicht kannst du mir ja auch meine Fragen dazu beantworten
--> siehe Nachfragen zu Übersetzungen! Danke


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BeitragVerfasst: 03.10.2007, 18:43 
Lateiner
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Danke, danke. Da freu ich mich aber. :)
Ist schön zu sehen, wenn man jemanden helfen kann. Wenn ihr in Zukunft auch mal wieder Fragen zu "Ab urbe condita" habt, könnt ihr mich ja fragen, wir machen in unserem LK gerade des gleiche.

Ich hoffe das die Übersetzung auch noch auf die Hauptseite aufgenommen wird. Denn es gibt kaum eine Übersetzung der Praefatio im Internet.

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BeitragVerfasst: 05.10.2007, 14:23 
Lateiner
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Das ist jetzt Kapitel 56 aus Buch 1. Es geht darum, dass Tarquinius Superbus ein schlimmes Vorzeichen sieht und jetzt Angst hat, dass irgendwas nicht stimmt. Deswegen schickt ein zwei seiner Söhne nach Delphi, die da mal nachfragen sollen, was da jetzt los. Brutus begleitet die beiden und ist am Ende ein bisschen schlauer als die beiden anderen. Aber lest selbst:

Ein Kuss für die Mutter (1, 56)

Als er beabsichtigte den Tempel fertigzustellen, wozu er Arbeiter aus allen Teilen Etruriens herbei geholt hatte, verwendete er dazu nicht nur öffentliche Gelder, sondern auch die Hilfe aus dem Volk. Obwohl sogar diese nicht gerade geringe Hilfe des Militärs hinzukam, fühlte sich das Volk dennoch weniger beschwert die Tempel der Götter mit ihren Händen fertig zu stellen, wie nachdem sie auch zu anderen Arbeiten, die zwar von geringerem Anschein, aber irgendwann einmal von größerer Mühe sind, versetzt wurden, nämlich Foren in einem Kreis anzufertigen und eine sehr große Kanalisation, eine Sammelstelle für den ganzen Schnutz der Stadt, unter der Erde zu bauen; diesen beiden Bauwerken konnte dieser neue Prunk kaum in etwas gleichkommen. Nachdem da Volk bei diesen Arbeiten fertig war, schickte er, weil er zum einem glaubte, dass die Menge für die Stadt eine Belastung ist, und zum anderen weil er sein Herschaftsgebiet, indem er Siedler enstendet, ausweiten wollte, Kolonisten nach Segni und zu den Circeii, und zwar als zukünftigen Schutz für die Stadt zu land und zu Wasser.

Während er dies machte, tauchte ein schreckliches Vorzeichen auf: Als eine Schlange, die aus einer hölzernen Säule hervorkroch, Schrecken verbreitet und für eine Flucht in den Königspalast gesorgt hatte, erschütterte sie den König selbst nicht so plötzlich mit Entsetzen als sie ihn vielmehr mit beängstigenden Sorgen erfüllte. Weil die Etrusker die Seher zu dem öffentlichen Vorzeichen hinzuzogen, beschloss er, wie wenn er sich durch diese häusliche Erscheinung heftig erschrocken hätte, sie nach Delphi zum berühmtesten Orakel auf Erden zu schicken. Und er wagte es nicht die Antworten des Orakel irgendeinem Fremden anzuvertrauen und er schickte zwei Söhne durch zu dieser Zeit unbekannte Länder und über noch unbekanntere Meere nach Griechenland.
Titus und Arruns brachen auf; L. Iunius Brutus, der zu diesen als Begleiter hinzustieß, war der Sohn von Tarquinia, der Schwester des Königs, und er war von ganz anderer Art als er vorgegeben hatte. Nachdem dieser gehört hatte, dass die Adeligen des Staates, unter denen sein Bruder war, von seinem Onkel getötet worden waren, stellte er fest, dass er in seiner Person dem König weder etwas fürchtenswertes noch in seinem Glück etwas wünschenswertes zurückließ und dass er durch seine verächtliche Erscheinung dort geschützt ist, wo im Recht zu wenig Schutz wäre. Also stellte er sich absichtlich dumm, weil er zuließ, dass er und das Seine Beute für den König waren, und er lehnte auch den Beinamen „Brutus“ nicht ab, damit ein verborgender Geist als berühmter Befreier des römischen Volkes unter dem Schutz dieses Beinamens auf seine Zeit wartete. Es wird gesagt, dass dieser, der von den Tarquiniern nach Delphi geführt worden war und mehr ein Spielzeug als ein Begleiter war, dem Apollon einen goldenen Stab als Geschenk mitgebracht hat, der dazu in einem ausgehöhlten Stock aus Horn versteckt war, symbolisch als Bild für seine Begabung. Nachdem er dorthin gekommen war, überkam die jungen Männer, als sie die Aufträge des Vaters ausgeführt hatten, der Wunsch wissen zu wollen, zu wem von ihnen die römische Herrschaft kommen wird. Man sagt, dass eine Stimme aus einer sehr tiefen Höhle antwortete: „Derjenige, der als erster von euch, oh junge Männer, der Mutter einen Kuss gibt, wird die oberste Herrschaft in Rom innehaben. Die Tarquinier befehlen, dass die Angelegenheit mit aller Macht verschwiegen wird, damit Sextus, der in Rom zurückgelassen wurde, von der Antwort unkundig und ohne Anteil an der Herrschaft war; sie selbst überlassen es untereinander dem Los, welcher von beiden der Mutter früher einen Kuss gab, nachdem er aus Rom zurückgekehrt war. Brutus, der das Wort der Pythia anders beurteilte, berührte, wie wenn er hingefallen wäre, die Erde mit einem Kuss, weil diese natürlich die gemeinsame Mutter aller Menschen war. Dann kehrte er nach Rom zurück, wo mit höchster Kraft ein Krieg gegen die Rutuler vorbereitet wurde.

Hoffe natürlich, dass die Übersetzung aufgenommen wird. Im übrigen kann die "Praefatio" auch aufgenommen werden. Die Übersetzung is wirklich ned schlecht. :wink:

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BeitragVerfasst: 05.10.2007, 20:55 
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Hallo pseudoirrealis,

danke für deine Übersetzungen! Wurde nun alles aufgenommen.


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BeitragVerfasst: 08.10.2007, 17:05 
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Wieder ist ein Kapitel fertig. Nämlich Nummer 39 aus Buch 1. Diesmal gehts, um Servius Tullius den vorletzten König der Römer. Der erste Teil ist recht interessant, dann wirds ein wenig langweilig, aber naja, es hält sich in Grenzen:

Zu dieser Zeit trat in der Königsfamilie ein göttlichen Vorzeichen auf, wunderbar ein seiner Erscheinung und in seinem Ausgang. Es wird überliefert, dass, während eine Junge, dessen Name Servius Tullius war, schlief, sein Kopf in der Gegenwart vieler gebrannt hat. Daher sollen dann die Könige durch das sehr laute Geschrei aufgeweckt worden sein, das infolge eines so großen Wunders aufgekommen war, und, als ein bestimmter Sklave Wasser zum Löschen brachte, soll er von der Königin zurückgehalten worden sein, und nachdem sich der Aufruhr gelegt hatte, soll diese verboten haben den Jungen zu bewegen, bis er von selbst aufwacht. Bald soll mit dem Schlaf auch das Feuer weggegangen sein. Nachdem der Mann dann an einen abgesonderten Ort gebracht worden war, sagte Tanaquil: „Siehst du diesen Jungen, den wir mit so einfacher Lebensweise erziehen? Es lässt sich erkennen, dass dieser das Licht für unsere schwierige Lage und der Schutz für die zerrüttete Königsfamilie sein wird; deshalb sollten wir die Anlage dieser gewaltigen Ehre öffentlich und privat mit unserer allergrößter Fürsorge aufziehen.“
Von da an wurde begonnen – wie berichtet wird – den Jungen anstelle der Kinder zu behalten und ihn auf eine Art und Weise zu erziehen, mit der sich die Anlagen zu einer Lebensweise des hohen Standes erheben. Es war ein Leichtes, weil es den Götter am Herzen lag. Er entwickelte sich wahrlich zu einem jungen Mann mit königlicher Begabung, und als Tarquinius einen Schwiegersohn suchte, konnte keiner der römischen Jugendlichen in irgendeiner Fähigkeit mit ihm verglichen werden und der König verlobte seine Tochter mit ihm. Aus welchen Grund auch immer, verhindert hier eine so große Ehre, die ihm erwiesen wurde, zu glauben, dass dieser der Sohn seiner Sklavin ist und dass er als Knabe sogar sich selbst gedient hat.
Ich schließe mich eher der Meinung dieser an, die berichten, dass, nachdem das Corniculum des Servius Tullius, der in jener Stadt das Oberhaupt war, erobert worden war, eine schwangere Frau, als ihr Mann gefallen war, wegen ihres einzigartigen Ansehens von der römischen Königin vor der Sklaverei bewahrt wurde und ihr Kind in Rom im Haus des Tarquinius Priscus zur Welt brachte; zum einen soll dauraufhin eine Freundschaft unter den Frauen entstanden sein und zum anderen soll der Knabe, da er im Haus von Jugend auf aufgezogen worden ist, geliebt und respektiert worden sein; das Schicksal der Mutter soll bewirkt haben, dass man ihn für den Sohn einer Sklavin gehalten hat, weil er nach Eroberung seiner Heimat in die Hände der Feinde gelangte.

Als nächstes folgen noch Kapitel 40 und 41. Mal schauen, obs wieder ein wenig interessanter wird.

mfg & LG

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BeitragVerfasst: 18.10.2007, 19:04 
Lateiner
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Hallo!

Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen, die Kapitel 40 und 41 zu übersetzen, wie ich eigentlich gesagt hatte. Aber dafür gibt es jetzt eine Episode aus dem zweitem Buch: Nämlich Kapitel 12.

Der Linkshänder (2, 12)

Trotzdem kam es zu einer Belagerung und mit einem Höchstpreis des Getreides zu einem Mangel an Lebensmitteln, und Porsenna hatte die Hoffnung, dass er die Stadt durch Beständigkeit erobern wird. C. Mucius, der ein vornehmer Jugendlicher war, erschien es unwürdig, dass das dienende römische Volk, als es unter der Herrschaft der Könige stand, durch keinen Krieg und auch nicht durch irgendwelche Feinde belagert wurde und dass dasselbe Volk als ein Freies von denselben Etruskern belagert wird, weil ihr Heer oft geschlagen wurde.
Deshalb beschloss er zuerst auf eigene Faust in das Lager der Feinde einzudringen, weil er glaubte dass diese Schande mit irgendeiner großen und kühnen Tat gerächt werden muss; dann ging er zum Senat, während er befürchtete, wenn er ohne Befehl der Konsuln und ohne das Wissen aller gehen würde, dass er zufällig von den römischen Wachen festgenommen und wie ein Überläufer zurückgebracht würde, wobei der Zustand der Stadt den Vorwurf bekräftigte.„Senatoren, ich will den Tiber überschreiten,“ sagte er „und das Lager der Feinde betreten, wenn ich könnte, und zwar nicht als Räuber und auch umgekehrt nicht als Rächer für die Plünderungen; ich habe noch eine größere Tat vor, wenn mich die Götter unterstützen.“ Die Senatoren stimmten zu. Nachdem er das Schwert im Gewand versteckt hatte, brach er auf. Sobald er dort ankam, stellte er sich nahe dem Königsthron zur sehr dicht gedrängten Menge hin. Als dort zufällig den Soldaten der Sold gegeben wurde und ein Sekretär, der mit fast gleicher Kleidung daneben saß, vieles mit dem König verhandelte und massenhaft Soldaten an ihn herantraten, stach er, weil er sich fürchtete sich zu erkundigen, wer von beiden Porsinna war, damit er sich dem König nicht durch Unkenntnis enthüllte, wer er war, den Sekretär anstelle des Königs nieder, als ob das Schicksal die Tat zufällig lenkte. Von da an, wo er sich selbst mit einem blutigem Dolch durch die Menge den Weg bahnte, wurde er, nachdem infolge des Geschreis ein Tumult entstand und die königlichen Wachen ihn auf der Flucht festgenommen und zurückgebracht hatten, vor dem Thron des Königs hingestellt, und dann sagte er auch unter den so großen Drohungen des Schicksals mehr furchteinflößend als fürchtend „Ich bin ein römischer Bürger.“ Sie nennen mich C. Mucius. Ich als Feind wollte den Feind töten, ich habe nicht weniger Mut beim Sterben als beim Morden; es ist römisch Tapferes sowohl zu ertragen als auch zu leisten. Und ich plante dies nicht als einziger gegen dich; nach mir gibt es eine lange Reihe derjenigen, die dieselbe Ehrentat begehren. Bereite dich auf diese Gefahr vor, wenn es dir gefällt, damit in jeder einzelnen Stunde um deinen Kopf kämpfst und damit du den Feind und das Schwert in der Vorhalle des Palastes hast. Wir, die römische Jugend, erklären dir diesen Krieg. Fürchte kein Schlachtfeld und keine Schlacht; das wird dir als einzigen und mit jedem einzelnen gemeinsam sein.“
Als der drohende König, den der Zorn aufgebracht und gleichzeitig die Gefahr heftig erschreckt hatte, die Feuerstellen rings umher aufstellen ließ, wenn er nicht näher erläutern würde, welche Drohungen von Anschlägen er andeutungsweise ausstieß, sagte er: „Sieh da, damit du fühlst, wie wertlos der Körper für diese ist, die den großen Ruhm erblicken“; nachdem das Kohlebecken für das Opfer angezündet worden war, legte er seine Hand hinein. Als er diese, wie wenn er gefühllos wäre, verbrennen ließ, und als der König, weil er durch dieses Wunder fast betäubt wurde, von seinem Thron aufgesprungen war und er den jungen Mann von den Opferstätten wegbringen ließ, sagte er: „Geh du doch, der gegen dich mehr Feindliches als gegen mich gewagt hat. Ich würde dir „Glück auf“ zurufen, wenn diese Tugend für meine Heimat stehen würde; jetzt entlasse ich dich mit dem Kriegsrecht, frei, unversehrt und unverletzt.“
Wie wenn Mucius sich für diese Wohltat bedanken wollte, sagte er: „Weil eben die Ehre für die Tugend bei dir liegt, wie du mit einer Wohltat von mir das bekommen hast, was du mit Drohungen nicht geschafft hast. Wir, 300 Führende der römischen Jugend, haben uns unter Eid verbündet um gegen dich auf diesem Weg vorzugehen. Meines, war das erste Los; die übrigen werden, wie das Los eines jeden fallen wird, jeder zu seiner Zeit da sein, bis das Schicksal dich als günstig preisgeben wird.

mfg & LG

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BeitragVerfasst: 30.10.2007, 19:29 
Lateiner
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Hallo!

Es gibt zwar schon eine Übersetzung von diesem Textstück, aber der Vollständigkeit halber stell ich es hier trotzdem rein, nämlich Kapitel 8, Buch 1.

Einrichtung eines Asyls durch Romulus (1, 8)

Nachdem die göttliche Handlung den Bräuchen entsprechend vollzogen und die Menge zur Versammlung gerufen worden war, die durch nichts außer durch Gesetze zu einem einzigen Körper des Volkes zusammenwachsen kann, verabschiedete Romulus Rechtssatzungen. Weil er glaubte, dass diese für das bäuerliche Volk nur heilig sein werden, wenn er sich selbst mit Kennzeichen der Macht ehrwürdiger machen wird, machte er sich sowohl durch seine übrige Erscheinung, als auch ganz besonders dadurch, dass er sich 12 Liktoren nahm, herrlicher. Die einen glauben, dass dieser von der Anzahl der Vögel ausgehend, die ihm durch das Vorzeichen die Herrschaft angekündigt hatten, dieser Zahl gefolgt sei: Ich nicht abgeneigt der Meinung derer zu sein, die glauben, dass sowohl diese Art Amtsdiener als auch die Zahl selbst von den benachbarten Etruskern – woher man den Amtssessel, und woher man die Toga mit Purpurstreifen genommen hat – übernommen wurde und dass es die Etrusker so halten, dass die einzelnen Stadtgemeinden, nachdem aus 12 von ihnen der Oberkönig gewählt worden war, je einen Liktor zur Verfügung gestellt haben.
Inzwischen wuchs die Stadt dadurch, dass die eine oder andere Gemeinden durch Befestigungen eingezogen wurden, obwohl sie mehr in Hinblick auf die zukünftige Menge an Menschen als auf diese, die es damals gab, befestigten. Damit die Größe der Stadt nicht bedeutungslos war, eröffnete er um eine Menge hinzuzufügen nach dem alten Plan der Gründer der Städte hin, die eine dunkle und einfache Menge herbeiriefen und die Lüge verbreiteten, dass ihr aus der Erde Nachkommenschaft geboren werden wird, einen Ort, der wenn man vom Kapitol herabsteigt zwischen zwei Lichtungen eingezäunt war, als Asyl.
Dort fand eine ganze Menge, die sich Veränderungen wünscht, ohne Unterschied, ob frei oder versklavt, Zuflucht, und das war der Anfang für den Beginn Größe der Kraft. Als er mit der Macht schon zufrieden war, verschaffte er der Macht ein beratendes Kollegium. Er wählte 100 Senatoren, sei es weil die Anzahl genug war, oder weil es nur 100 gab, die als Väter gewählt werden konnten. Sicherlich wurden sie wegen ihres Ehrenamts Väter genannt und ihre Nachkommenschaft wurde Patrizier genannt.

mfg & LG

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