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BeitragVerfasst: 16.11.2007, 18:16 
Lateiner

Registriert: 14.11.2007, 20:34
Beiträge: 3
AUGUSTINI DE CIVITATE DEI LIBER II, XX

20, 1-21

Verum tales cultores et dilectores deorum istorum, quorum etiam imitatores in sceleribus et flagitiis se esse laetantur, nullo modo curant pessimam ac flagitiosissimam esse rem publicam.

In der Tat kümmern sich solche Anbeter und Anhänger dieser Götter, welche mit Freude sogar Nachahmer in Verbrechen und Schandtaten sind, überhaupt nicht darum, dass ein Staat äußerst schlecht und schädlich ist.


"Tantum stet“, inquiunt, „tantum fioreat copiis referta, uictoriis gloriosa, uel, quod est felicius, pace secura sit.

„Wenn er (Staat) nur da steht“, so sagen sie, „wenn er nur blüht, wohlversorgt im Überfluss, und ruhmreich durch Siege, oder was noch erfolgreicher ist, sicher durch Frieden ist.


Et quid ad nos? Immo id ad nos magis pertinet, si diuitias quisque augeat semper, quae cotidianis effusionibus suppetant, per quas sibi etiam infirmiores subdat quisque potentior.

Und was geht uns das an? Im Gegenteil bezieht es sich mehr auf uns, wenn jeder einzelne die Reichtümer ständig vermehrt, die für die tägliche Verschwendung ausreichen sollen, durch welche auch jeder Stärkere sich den Schwächeren bemächtigt soll.


Obsequantur diuitibus pauperes causa saturitatis atque ut eorum patrociniis quieta inertia perfruantur, diuites pauperibus ad clientelas et ad ministerium sui fastus abutantur.

Die Armen sollen den Reichen aus dem Grund der Sättigung (…, um satt zu werden…) gehorchen, sodass sie (Armen) unter dem Schutz derer (Reichen) eine ruhige Träge genießen, die Reichen sollen die Armen als Gefolgschaft und als Dienerschaft ihres Hochmutes missbrauchen.


Populi plaudant non consultoribus utilitatum suarum, sed largitoribus uoluptatum.

Die Völker sollen nicht den Beratern, die auf den Nutzen des Volkes bedacht sind, applaudieren, sondern den Spendern des Vergnügens.


Non dura iubeantur, non prohibeantur inpura.

Es soll nicht Schwerfälliges/Hartes befohlen werden, es soll Unzüchtiges/Unsittliches nicht verwehrt werden.


Reges non curent quam bonis, sed quam subditis regnent.

Die Herrschenden sollen nicht darauf achten, wie gut, sondern wie unterwürfig sie regieren.


Prouinciae regibus non tamquam rectoribus morum, sed tamquam rerum dominatoribus et deliciarum suarum prouisoribus seruiant, eosque non sinceriter honorent, sed nequiter ac seruiliter timeant.

Die Provinzen sollen den Königen nicht so wie Lenkern der Sitten dienen, sondern sie sollen den Königen als Herrscher über Besitztümer und als Versorger ihrer sinnlichen Genüssen dienen, und sie nicht aufrichtig verehren, sondern sie nichtswürdig und sklavenhaft fürchten.


Quid alienae uineae potius quam quid suae uitae (quisque) noceat, legibus aduertatur.

Durch Gesetze soll vielmehr geahndet werden, was den fremden Weinbergen schadet, als das, was dem eigenen Leben schadet.


Nullus ducatur ad iudicem, nisi qui alienae rei domui saluti uel cuiquam inuito fuerit inportunus aut noxius; ceterum de suis uel cum suis uel cum quibusque uolentibus faciat quisqu e quod libet.

Niemand soll vor einem Gericht geführt werden, außer der sich für den Besitz, das Haus, das Leben eines anderen oder gegen jemand wider Willen lästig oder schädlich erweist; im Übrigen soll ein jeder mit seinem Besitz oder mit seinen Unterworfenen oder mit jedem, der ihm zu Willen ist, machen, was ihm beliebt.

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20, 27-34

Ille sit publicus inimicus, cui haec felicitas displicet; quisquis eam mutare uel auferre temptauerit, eum libera multitudo auertat ab auribus, euertat a sedibus, auferat a uiuentibus.

Jener soll ein Staatsfeind sein, dem dieses Glück missfällt; jeder, der versucht hat, es zu ändern oder wegzunehmen, den soll die freie Menge niederschreien, von den Sitzen reißen, von den Lebenden wegnehmen (also: umbringen).


Illi habeantur dii ueri, qui hanc adipiscendam populis procurauerint adeptamque seruauerint.

Jene wahren Götter sind unsere, welche dieses Erreichen des Glücks den Völkern verschaffen und das Erreichte (gemeint ist: das Glück) bewahren.


Colantur ut uoluerint, ludos exposcant quales uoluerint, quos cum suis uel de suis possint habere cultoribus: tantum efficiant, ut tali felicitati nihil ab hoste, nihil a peste, nihil ab ulla clade timeatur.

Sie sollen verehrt werden, wie sie es wünschen, sie sollen Spiele, von welcher Art sie wollen, fordern, damit sie (Götter) sie (Spiele) mit ihren oder von ihren Anbetern genießen können: Allein das eine sollen sie verrichten, dass für ein solches Glück nichts vom Feind, nichts von der Pest, nichts von irgend einem Unglück gefürchtet werden muss.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 05.12.2007, 22:59 
Lateiner
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