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 Betreff des Beitrags: Seneca - Oedipus 71 - 109
BeitragVerfasst: 27.11.2007, 14:23 
Lateiner

Registriert: 21.10.2005, 15:02
Beiträge: 39
71 – 109

Oedipus

Niederkniend an den Altären strecke ich die unterwürfigen Hände aus, flehend um ein frühes Schicksalsende, damit ich vorher dem zugrundegehenden Vaterland vorausgehe und damit ich nicht erst nach allen falle und zum letzten Begräbnis meines Königreiches werde.

Oh, viel zu grausame Götter(sprüche), oh schweres Schicksal.
Wird denn mir als einziger in diesem Volk ein so bereiteter Tod versagt?
Verachte das von der todbringenden Hand geschändete Reich, verlass die Tränen, die Begräbnisse, die aufreibenden Leiden des Himmels, die du mit dir trägst, unglücklicher Fremder, eile schon fort, noch schneller---und sei es zu den Eltern.

Iocaste

Was nützt es dir, Liebster, die Übel mit Weinen noch zu erschweren. Ich halte dieses selbst für die Art der Könige: Die Widrigkeiten zu ertragen, und sei es noch so eine unsichere Lage, und wanke die Stärke des untergehenden Reiches, mit destosicherem Fuß tapfer und bestimmt zu ertragen: Es ist nicht männlich dem Schicksal seinen Rücken zu zeigen.

Oedipus

Es gibt keinen Vorwurf einer Ängstlichkeit und die Schandtat ist fern, unsere Tugend kennt überhaupt keine Ängste: Wenn Geschosse sich gegen uns richteten, wenn einen schreckliche Kriegeskraft auf mich sich stürzte- gegen die wilden Giganten kühn gerichtet würde ich meine entgegen gestreckten Hände halten.
Und die Sphinx, habe ich nicht gemieden, die mir ihren unklaren Methoden, Wörter zu verflechten. Grausame Sprüche der Furchtbaren mit blutigen Rachen habe ich aufrecht stehend ertragen und den von Knochen übersäten weißen Boden.
Und als sie von dem überragenden Felsen schon der Beute sich entgegenlehnend die Flügel ausbreitete und Schwanzschläge peitschend nach der Sitte eines wilden Löwen Drohungen (erhob) fauchte, forderte ich den Spruch: von oben klang grauenvoll, es knirschten die Kieferknochen, ungeduldig über eine Verzögerung umklammerte sie die Felsen mit den Krallen, meine Eingeweide erwartend. Die verworrenen Worte des Rätsels, die vertrackten Listen, den finsteren Spruch des beflügelten Untiers habe ich gelöst.

(Iokaste)

Was machst du Irrsinniger jetzt späte Gelübde des Todes? Es stand dir frei, zu sterben. Du lobst als Preis für Dich dieses Szepter und das als Lohn für die getötete Sphinx wird dir gegeben.

(Oedipus)

Jene, jene grauenvolle Asche des verschlagenen Monsters schlägt gegen uns zurück. Diese getötete Seuche richtet nun Theben zugrunde. Eine einzige Rettung bleibt noch übrig, wenn Phoebus uns nämlich irgendeinen Weg der Rettung zeigt.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.12.2007, 20:24 
Lateiner
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