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BeitragVerfasst: 07.05.2010, 16:46 
Lateiner

Registriert: 20.11.2009, 16:49
Beiträge: 3
§9
Oder hatte Archias etwa seinen Wohnsitz nicht in Rom? Der, der so viele Jahre vor der Verleihung des Bürgerrechts als den Ort für all seinen Besitz Rom bestimmte? „Aber er hat sich nicht eintragen lassen!“ Aber im Gegenteil: in den Listen ist er eingetragen, die als einzige von jenem mit dem Meldevorgang befassten Prätorengremium die Glaubwürdigkeit öffentlicher Verzeichnisse haben. Denn- während man sagte, dass die Verzeichnisse des Appius zu nachlässig geführt seien, während bei Gabinius, solange er noch ohne gerichtliche Verfolgung war, seine Schlampigkeit, nach seiner Verurteilung seine ruinierte Existenz jedes Vertrauen in seine Verzeichnisse zerstört hatte- war Metellus, der gewissenhafteste und pflichtbewussteste Mensch von allen, von so großer Sorgfalt, dass er zu dem Prätor L. Lentulus und zu den Richtern kam und sagte, dass er wegen der Manipulation eines Namens in den Listen beunruhigt sei. In diesen Verzeichnissen also findet ihr keine Manipulation beim Namen des Aulus Lincinius Archias!

§10
Wenn diese Dinge so sind, welchen Grund gibt es dafür, dass ihr an dessen Bürgerecht zweifelt, vor allem, wenn dieser auch in anderen Gemeinden eingeschrieben ist? Nämlich wenn er mit vielem mittelmäßigen und weder mit einigen noch anderen niedrigen Künsten ausgestattet ist, erkannten die Menschen das Bürgerrecht in Griechenland nicht ungern zu, und ich glaube, dass die Einwohner von Regium oder Locri oder Neapolis oder Tarent diesem Begabten den höchsten Ruhm der Begabung, das, was sie nicht gewohnt waren Bühnenkünstlern zu schenken, geben wollten. Weiter? Wurde dieser abgelehnt, damit er jene Listen gewiss nicht braucht, in die er eingetragen worden ist, weil er immer Herakleer sein wollte, als die anderen nicht nur nach dem vergebenen Bürgerrecht sondern auch nach den Gesetz des Papius sich auf irgendeine Art und Weise in die Listen dieser Landstädte einschlichen?

§11
Du vermissest unsere Vermögenseinschätzung. Natürlich! Es ist ja auch ein Geheimnis, dass dieser Mann während der letzten Steuerperiode mit dem ruhmreichen Feldherrn Lucius Cucullus bei der Armee stand, während der vorletzten sich mit dem gleichen Manne während dessen Quästur in Kleinasien aufhielt und dass während der ersten nach der Erteilung des Bürgerrechts unter Julius und Crassus überhaupt keine Schätzung irgendeines Volksteiles stattgefunden hat. Weil nun aber die Steuerliste das Bürgerrecht nicht bestätigt, sondern nur aussagt, dass der Eingeschätzte sich schon damals, als er eingeschätzt wurde, als römischer Bürger ausgegeben habe, so weise ich nur daraufhin, dass zu jener Zeit der Mann, den du beschuldigst, er habe nicht einmal selbst das Gefühl gehabt, er sei rechtmäßiger römischer Bürger, oft ein Testament nach unseren Gesetzten gemacht und Erbschaften römischer Bürger angetreten hat und auch von Lucius Lucullus in dessen Prokunsulat als Empfänger eines Kostenersatzes bei der Staatskasse angemeldet wurde. Suche Gegenbeweise, wenn du kannst! Denn mein Klient wird durch sein eigenes Urteil und das seiner Freunde nie überführt werden.

§14
Denn wenn ich nicht durch Weisungen vieler und durch viele Schriften aus Jugendzeit überzeugt wäre, dass nichts im Leben so sehr erstreb werden darf, außer Lob und Ehrbarkeit, beim Bemühen jedoch die ganzen Qualen des Körpers, alle Gefahren des Todes und des Exils gering geachtet werden müssen, hätte ich mich niemals für euer Wohlergehen in so vielen und so großen Kämpfen und in diesen täglichen Anstürmen der niederträchtigen Menschen entgegengestellt. Aber alle Bücher sind voll mit Beispielen; wenn das Licht der Wissenschaften nicht herankäme, lägen diese in vollständiger Dunkelheit. Wie viele von uns ausgedrückte Bilder- nicht nur zum Anschauern, sondern auch zum Nachahmen- der Helden haben uns die Autoren, die Griechen und Lateiner zurückgelassen? Indem ich mir diese immer beim Verwalten der Republik vorstelle, habe ich durch eben diese Vorstellung meinen Geist und meinen Verstand der hervorragenden Menschen gebildet.

§16
Ich behaupte fest, dass zu dieser Zahl, dieser göttliche Mensch Scipio Africanus der Jüngere, den unsere Väter sahen, gehörte; zu dieser Zahl Cornelius Laelius, Lucius Furius, äußerst besonnene und selbstbeherrschte Menschen; zu dieser Zahl jener alte Mann Marcus Bato, ein äußerst starker und für jene Zeiten sehr gebildeter Mann: Diese hätten es sicherlich niemals zu diesen Studien gebracht, wenn ihnen in keiner Weise zu Erkennen und Praktizieren der literarischen Fähigkeit verholfen worden wäre. Wenn also dieser so große Nutzen nicht entgegengestreckt worden wäre und wenn die Unterhaltung allein aus diesen Studien erstrebt worden wäre, würdet ihr dennoch, wie ich vermute, diese äußerst menschenwürdige und bekannte Beschäftigung beurteilen. Denn die übrigen Beschäftigungen passen weder zu allen Zeiten, noch zu allen Lebensaltern, noch zu allen Orten; diese Studien nähren die Jugend, erfreuen die Alten, sind ein zusätzlicher Schmuck für die zweiten Sachen, gewähren den Gegnern einen Zufluchtsort und Trost, erfreuen zu Hause, hindern draußen nicht, verbringen die Nacht mit uns, sind auf Reisen und halten sich auf dem Land auf.


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