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 Betreff des Beitrags: Ovid, Amores 1,7; 1,8; 1,10-1,14
BeitragVerfasst: 21.09.2010, 13:46 
VII

Lege meine Hände in Fesseln (sie haben Ketten verdient) bis der Wahnsinn gänzlich weg ist, wenn irgendein Freund da ist.
Denn der Wahnsinn bewegte meine unüberlegten Arme gegen meine Herrin, mein Mädchen weint verletzt durch meine rasende Hand.
Dann konnte ich sogar meine werten Eltern verletzten oder gegen die heiligen Götter wütende Schläge schwingen.
Was? Streckte nicht Ajax, der Herr des siebenschichten Schildes, die Herden, angetroffen auf weiten Gefilden, zu Boden?
Wagte nicht Orestes, der unglückselige Bestrafer und Rächer des Vaters an der Mutter gegen die geheimnisvollen Göttinnen Waffen zu fordern?
Also konnte ich das geordnete Haar zerraufen? Und das zerzauste Haar kleidete die Herrin nicht schlecht: so war sie wunderschön; ich möchte sagen, so war Atalante (die Tochter des Schoeneus), die das Meanalische Wild mit dem Bogen aufscheuchte.
So sah die Kreterin (Ariadne) aus, die beweinte, dass die Südwinde kopfüber die Versprechungen und die Segel des eidbrüchigen Theseus weggetragen hatten.
So sah Cassandra aus, außer dass sie das Haar mit einer Binde geschmückt hatte, die sich vor deinem Tempel niederwarf, keusche Minerva.
Wer nannte mich nicht „Wahnsinniger“, wer nicht „Wilder“? Sie selbst aber sprach nichts. Festgehalten war die Zunge durch die fürchterliche Angst.
Aber ihr stummer Gesichtsausdruck jedoch verursachte die Zurechtweisung; sie machte mich, obwohl ihr Mund schwieg, durch ihre Tränen zum Angeklagten.
Ich wollte, meine Arme wären schon davor von den Schultern gefallen, besser hätte ich auf diesen Teil von mir verzichtet.
Ich hatte zu meinem Verlust rasende Kräfte und ich selbst war stark zu meiner eigenen Bestrafung.
Was ist mir gemeinsam mit euch, Diener des Todschlags und des Verbrechens? Verruchte Hände, unterwerft euch den verdienten Fesseln!
Oder, wenn ich den unbedeutendsten Quiriten aus dem Volk geschlagen hätte, ich würde bestraft werden, soll für mich das Recht gegen die Geliebte größer sein?
Das schlechteste Andenken eines Verbrechens hinterließ Diomedes: jener schlug als erster eine Göttin, ich als zweiter.
Und er ist der weniger Schädliche, von mir wurde diese verletzt, die ich zu lieben bekannte, Diomedes war wütend gegen die Feindin.
Geh nun, Sieger und veranstalte einen großartigen Triumphzug, kränze dein Haar mit Lorbeer, und gib Iuppiter die Gelöbnisse zurück, und eine Schar, die deinem Wagen folgen wird, möge rufen „Io, das Mädchen wurde von einem starken Mann besiegt!“
Vorne gehe mit wallendem Haar die traurige Gefangene, ganz weiß, wenn es die verletzten Wangen zulassen.
Passender wäre es gewesen mit einem blauen Fleck aufgedrückt von den Lippen und der Hals habe ein Mal von einem schmeichelnden Zahn.
Schließlich wenn ich schon in er Art eines stürmischen Wildbaches bewegt wurde und der blinde Zorn mich zu seiner Beute gemacht hatte
Wäre es nicht genug gewesen, das Mädchen anzuschreien und nicht allzu grausame Drohungen ihr entgegenzudonnern?
oder die Tunika von der obersten Naht schändlich auseinanderzureißen bis zur Mitte (der Gürtel hätte der Mitte Beistand geleistet)
Aber nun schaffte ich Wilder es erst das Haar an der Stirn in Unordnung zu bringen und die edlen Wangen mit meinen Fingernägeln zu zeichnen?
Sie stand da ohne Blut im bleichen Gesicht, wie Steinblöcke, die in den parischen Bergen gebrochen werden.
Ich sah ihren entseelten Leib und die zitternden Glieder, wie wenn ein Wind über Pappellaub weht, wie wenn vom sanften Zephir feines Schilfrohr zum Schwingen gebracht wird oder durch den lauen Notus die Meeresoberfläche gestreift wird.
Die lange zurückgehaltenen Tränken flossen über ihr Gesicht, wie Wasser aus am Boden liegenden Schnee fließt.
Da begann ich zum ersten Mal mich schuldig zu fühlen: Die Tränen, die sie vergoss, waren mein Blut.
Dreimal jedoch wollte ich zu ihren Füßen als Bittender mich niederwerfen, dreimal stieß sie die gefürchteten Hände zurück.
Aber du zögere nicht, Rache wird den Schmerz lindern, unverzüglich mit deinen Fingernägeln gegen mein Gesicht vorzugehen.
Verschone weder meine Augen noch meine Haare, deine Hände, so schwach sie sind, stärkt der Zorn.
Und damit die so traurigen Zeichen meines Verbrechens nicht übrig bleiben, ordne dir wieder ein Haar.
















Carmen VIII
Es gibt eine (wer auch immer eine Kupplerin kennenlernen will, der höre), es gibt eine alte Frauu namens Dipsas.
Den Namen hat sie aus der Sache: jene sah nicht nüchtern die Mutter des schwarzen Memnon mit rosenfarbenem Gespann.
Sie kennt magische Künste und die Zaubersprüche der Kirke und mit ihrer Kunst lenkt sie fließende Wasser zur Quelle zurück.
Sie weiß gut, was ein Kraut, was die bewegten Fäden auf dem gedrehten Zauberrad, was der Schleim der rossigen Stute für eine Wirkung hat.
Wenn sie will, ballen sich am ganzen Himmel Wolken zusammen, wenn sie will, leuchtet der Tag am klaren Erdkreis.
Triefend von Blut, wenn irgendein Glaube ist, sah ich die Gestirne; das Angesicht Lunas war purpurfarben durch das Blut.
Ich verdächtige sie, dass sie verwandelt durch die nächtlichen Schatten fliegt und dass der Körper der Greisin von Gefieder bedeckt wird.
Ich habe diesen Verdacht und das ist auch das Gerücht; auch blitzt in ihren Augen eine doppelte Pupille und das Licht kommt von zwei Kreisen.
Urgroßväter und Vorfahren ruft sie aus ihren alten Gräbern heraus und mit einem langen Zauberspruch spaltet sie die massive Erde.
Diese nahm sich vor, keusche Betten zu beflecken und jedoch auch ihre Zunge entbehrt nicht schändlicher Beredsamkeit.
Der Zufall gab mir ein Zeugnis für ihre Reden; jene sagte solches vorher (mich verbarg eine doppelte Tür)
Weißt du, mein Licht, dass du gestern einem schönen Jüngling gefallen hast? Er blieb stehen und starrte ununterbrochen dein Gesicht an.
Warum solltest du ihm nicht gefallen? Deine Figur steht keiner nach; ich Arme! Eine würdige Bildung ist nicht im Körper vorhanden!
Ich wollte, du würdest wärst so glücklich wie du die Schönste bist! Ich, nachdem ich dich reich gemacht habe, werde auch nicht arm sein.
Der ungünstige Stern des Mars in Opposition schadete dir, Mars ging hinweg, nun ist Venus passend in ihrem Zeichen
los, schau, wie dir die Ankommende nützen will: ein reicher Liebhaber begehrt dich; er sorgt sich, was dir fehle.
Jener hat auch ein Aussehen, das sich mit deinem vergleichen kann. Wenn er dich nicht kaufen wollte, man müsste ihn erwerben!
Sie errötete! Freilich schmückt Schamesröte ein weißes Antlitz, aber jene ist nützlich, wenn du sie vortäuscht, wahre ist für gewöhnlich hinderlich.
Wenn du gut mit gesenkten Augen in den Schoß blicken wirst, musst du abschätzen wer wie viel bieten kann.
Vielleicht wollten die Sabinerinnen während der Herrschaft des Tatius nicht für mehrere Männer passend sein.
Nun übt Mars seinen Geist in auswärtigen Kriegen, aber Venus regiert in der Stadt ihres Aeneas
Die Schönen treiben ihr Spiel: Keusch ist, die keiner bat, oder, wenn es die Einfachheit nicht verbietet, fragt sie selbst.
Auch diese, die Falten auf der Stirn tragen, schüttle sie und aus den Falten werden viele Verbrechen fallen.
Penelope erprobte die Kräfte der Männer am Bogen; aus Horn war der Bogen, der deren Seite zeigen sollte.
Verborgen entgleitet das vergängliche Alter und es täuscht und, wie schnell stürzt die Strömung durch losgelassenes Wasser.
Erz, das gebraucht wird, glänzt, ein gutes Gewand will getragen werden, verlassene Dächer werden grau durch hässlichen Moder.
Schönheit, wenn du keinen an dich heranlässt, altert, wenn sie nicht geübt wird; und einer oder zwei sind nicht wirksam genug.
Sicherer und nicht so eifersuchtsbehangen ist die Beute aus mehreren; eine volle Beute kommt über die Herde für die grauen Wölfinnen.
Schau, was schenkt dir dieser dein Dichter außer neuen Gedichten? Viele Tausende eines Liebhabers wirst du sammeln.
Selbst der Gott der Dichter mit einem glänzend goldenen Mantel zupft die zusammenklingenden Saiten einer vergoldeten Lyra.
Wer geben wird, der sei dir mehr als der große Homer, glaube mir, es ist eine geistreiche Sache, zu geben.
Und verachte du nicht, wenn einer ist, zurückgekauft mit einem Preis für seinen Kopf: unbedeutend ist der Vorwurf eines Fußes weiß von Gips.
Und dass dich nicht die alten Wachsmasken um das Atrium herum täuschen mögen, nimm deine Ahnen mit dir, verarmter Liebhaber.
Einer, weil er schön ist, fordert eine Nacht ohne Bezahlung, was er geben soll, soll er vorher von seinem Liebhaber fordern.
Verlange sparsamere Bitten, während du Netze knüpfst, sodass sie nicht fliehen; die Gefangenen nimm nach deinen Gesetzen aus.
Und vorgetäuschte Liebe schadet nicht: lass zu, dass er glaubt, geliebt zu werden und pass auf, dass diese Liebe für dich nicht für den bloßen Dank besteht.
Verweigere oft die Nächte: bald erfinde Kopfschmerzen und bald wird es Iris sein, die dir Gründe gewähren wird.
Bald darauf empfange ihn, dass er keine Routine des Ertragens erwirbt und damit nicht die oft zurückgestoßene Liebe ermattet.
Gehörlos sei deine Tür dem Bittenden, weit offen dem Bringenden; und der empfangene Liebhaber möge die Worte des Ausgesperrten hören.
Und wie gekränkt zürne manchmal dem, den du gekränkt hast: durch deine Schuld wird die Schuld aufgewogen.
Aber du sollst niemals viel Zeit für den Zorn geben, oft führt lange aufgestauter Zorn zur Feindschaft.
Ja sogar deine Augen sollen lernen gezwungen zu weinen und das eine oder das andere möge deine Wangen befeuchten.
Und fürchte dich nicht, wenn du jemanden täuscht, einen Meineid zu schwören. Venus erweist sich gefällig beim Liebesspiel mit tauber göttlicher Macht.
Ein Sklave und eine kluge Amme sollen sich in ihren Rollen zeigen, die lehren, was er passend für dich kaufen könnte und für sich selbst ein wenig verlangen sollen: wenn viele wenig verlangen, wird bald darauf eine große Menge aus den Splittern sein.
Sowohl die Schwester als auch die Mutter und auch die Amme sollen den Liebhaber rupfen, rasch wird es eine Beute geben, von vielen Händen erbeten.
Wenn dir die Gründe verschwinden werden, Geschenke zu fordern, bezeuge deinen Geburtstag mit einem Kuchen.
Du sollst aufpassen, dass er nicht ohne Rivalen sicher liebt, nicht gut besteht eine Liebe, wen du den Kampf wegnimmst.
Jener möge die Spuren des Mannes am ganzen Bett sehen, und den Hals, blau gemacht von ausgelassenen Malen.
Besonders soll er die Geschenke sehen, die der andere geschickt hat: wenn niemand gegeben hat, so ist die Via Sacra zu fragen (sollst du selbst einkaufen gehen)
Wenn du vieles weggenommen hast, damit er jedoch nicht alles schenke, frage selbst, ob er dir etwas leiht, was du niemals zurückgibst.
Die Sprache soll erheitern und den Geist bedecken: schmeichle und schädige ihn! Ruchloses Gift ist oft unter süßem Honig verborgen.
Wenn du das befolgst, was mir durch langen Gebrauch bekannt ist, und nicht meine Worte in den Wind schlägst, wirst du mich Lebende oft segnen, oft wirst du bitten, dass die Knochen von mir als Verstorbene sanft ruhen.
Die Rede war noch am Laufen, als mein Schatten mich verriet; aber kaum hielten sich meine Hände zurück, dass sie das weiße, schüttere Haar, die durch den Wein triefenden Augen und die runzeligen Wangen nicht zerkratzten.
Mögen dir die Götter keinen festen Wohnsitz und ein Alter in Armut geben und lange Winter und ewigen Durst!

X
Gleich wie die Weggeführte vom Eurotas mit Phrygischen Schiffen, die für beide Gatten ein Kriegsgrund war,
gleich wie Leda war, die der schlaue Ehebrecher verborgen in einem falschen Vogel mit weißem Gefieder täuschte,
gleich wie Amymone im trockenen Argos irrte, als ein Wassergefäß auf Haare am Scheitel drückte,
so warst du: bei dir fürchtete ich Adler und Stief und was auch immer Amor aus dem großen Iuppiter machte.
Nun ist alle Angst weg und die Verblendung des Geistes ist wieder geheilt, und nicht mehr fängt jene Gestalt meine Augen.
Warum ich so verändert bin, fragst du? Weil du Geschenke forderst: Dieser Grund duldet nicht, dass du mir gefällst.
Solange du aufrichtig warst, liebte ich deinen Geist mit deinem Körper, nun ist deine Gestalt durch einen Fehler des Geistes verletzt worden.
Sowohl ein Knabe als auch nackt ist Amor, ohne Schmutz hat er seine Jahre und keine Kleidung, um offen zu sein.
Was befehlt ihr dem Knaben der Venus sich für einen Lohn anzubieten? Jener hat keinen Gewandbausch, in dem er den Lohn aufheben kann.
Und weder Venus ist geeignet für das Grausame der Venus noch Amor für Waffen: Es schickt sich für die dem Krieg abgeneigten Götter Geld zu verdienen.
Es steht sicher die Dirne käuflich für wen auch immer durch Geld und erwirbt durch ihren Körper auf Befehl armselige Reichtümer.
Diese verflucht jedoch die Herrschaft des habsüchtigen Zuhälters und macht gezwungen, was ihr freiwillig macht.
Nehmt als Beispiel den Widder, der des Verstands entbehrt: Schimpflich ist es, dass der Geist von wilden Tieren milder ist.
Nicht forderte die Stute ein Geschenk vom Hengst, nicht die Kuh vom Stier, nicht fing der Widder durch ein Geschenk ein Schaf.
Allein die Frau prahlt mit Beute, die sie dem Mann abgenommen hat, sie allein vermietet die Nächte, sie allein kommt, um etwas wert zu sein und verkauft, was beide erfreut, was beide anstreben, und verlangt einen Preis, so hoch wie sie sich selbst freute.
Venus, die für beide gleichermaßen liebreizend kommen wird; warum verkauft die eine jene und der andere kauft sie?
Warum soll mir die Lust zum Verlust und dir zum Gewinn sein, die Mann und Frau durch gemeinsame Bewegungen tragen?
Und es ist nicht gut, dass gemietete Zeugen Meineide verkaufen und dass die Geldkiste des auserlesenen Richters sich ausdehnt.
Schändlich ist es armselige Angeklagte mit gekaufter Zunge zu verteidigen, schändlich ein Tribunal, das große Reichtümer schafft.
Schändlich ist es den väterlichen Besitz durch Einnahmen des Betts zu vergrößern und seinen Körper für einen Gewinn prostituiert zu haben.
Dank schuldet man zu Recht für nicht gekaufte Dinge; keinen Dank gibt es für ein schlecht gemietetes Bett.
Nach Bezahlung der Miete hat der Mieter alles beendet und jeder bleibt nicht der Schuldner für deine Dienste.
Erbarmt euch, ihr Schönen, eine Nacht für einen Preis einzutauschen: nicht hat schmutzige Beute einen guten Ausgang.
Nicht war es, dass die so wertvollen sabinischen Armreifen ausbedingt worden waren, sodass die Schilde das Haupt der heiligen Jungfrau erdrückten.
Der Sohn durchbohrte mit einem Schwert den Mutterleib, aus dem er hervorgegangen war, und Grund der Strafe war eine Halskette.
Jedoch ist es nicht unwürdig, von einem Reichen einen Lohn zu fordern; er hat Geschenke, die er der Fordernden geben kann.
Pflückt die Trauben, die von den vollen Weinstöcken hängen und der reichliche Acker des Alcinous gewähre euch Obst.
Der Arme zahlt als Verpflichtung Anstrengung und Treue; was jener hat, alles soll er seiner Geliebten bringen.
Und auch ist es meine Gabe verdiente Mädchen durch Gedichte zu preisen: durch meine Kunst wird berühmt, welche ich will.
Kleider werden zerreißen, Juwelen und Gold brechen, der Ruhm, den Gedichte verleihen, wird ewig sein.
Nicht etwas zu geben, sondern einen Preis zu fordern finde ich unwürdig und hasse es; was ich der Fordernden verweigere, lass ab zu wollen, und ich werde es dir geben.

XI
Das ungeordnete Haar zu binden und in Form zu bringen, wurdest du gelehrt und darfst nicht unter die Mägde gerechnet werden, Nape,
und erprobt in Diensten der verstohlenen Nacht, nützlich und begabt im Überbringen von Briefen,
oft hast du Corinna, als sie zweifelte, aufgefordert, zu mir zu kommen, oft fand ich dich mir Leidendem treu auf,
nimm diese Täfelchen, in der Früh beschrieben, bring sie zur Geliebten und vertreibe eifrig die entgegenstehenden Moralvorstellungen.
Weder sind Adern von hartem Gestein noch hartes Eisen in deiner Brust, noch besitzt du eine Einfachheit, die größer ist als bei anderen deines Standes.
Es ist glaubhaft, dass auch du den Bogen Cupidos zu spüren bekommen hast, bewahre die Zeichen deines Kriegsdienstes bei mir.
wenn sie fragt, was ich mache, sollst du sagen, dass ich aus Hoffnung auf die Nacht lebe, das Übrige bringt das Wachs, mit meiner liebkosenden Hand beschrieben
während ich spreche, flieht die Stunde: gib ihr, die sie Zeit hat, die Täfelchen, aber mach jedoch, dass sie sie sofort liest.
Du sollst, das trage ich dir auf, ihre Augen und ihr Gesicht anschauen, während sie liest
es ist möglich aus einer stummen Miene Zukünftiges zu erfahren.
Und ohne Verzögerung, nachdem sie es gelesen hat, befiehl, dass sie viel zurückschreibe. ich hasse es, wenn das weiße Wachs weit leer ist
Sie soll die Worte in den Zeilen eng zusammenpressen, und ein Buchstabe, am äußersten Rand, soll mein Auge aufhalten.
Warum ist es notwendig, die Finger durch das Halten eines Schreibgriffels zu ermüden? Das ganze Täfelchen möge diese Schrift beinhalten „Komm!“
Ich würde nicht zögern die siegreichen Täfelchen mit Lorbeer zu umwinden und sie mitten im Tempel der Venus hinzustellen.
Ich habe daruntergeschrieben: Naso weiht seine treuen Dienerinnen Venus. Aber eben noch wart ihr unbedeutender Ahorn.


Carmen XII
Beweint mein Unglück: Die Schreibtäfelchen kamen traurig zurück: Der unglückliche Brief verneint, dass sie heute kann.
Omen haben ihre Bedeutung: Gerade als sie weggehen wollte, blieb Nape, weil sie sich die Zehen am Türstock angestoßen hatte, stehen.
Denk daran, wenn du wiederum ausgeschickt wirst, über Schwelle zu gehen, besonnen vorsichtiger und auch höher den Fuß zu heben.
Geht dahin, ihr spröden Schreibtäfelchen, Holz für eine Leichenfeier, und du Wachs, gedrängt voll mit Schriftzeichen, die abweisen werden,
und dieses, so glaube ich, gesammelt von der Blüte des langen Schierlings unter dem berüchtigtem Honig schickte eine korsische Biene.
Aber du warst rot, als ob völlig mit Zinnober gefärbt wärst, jene Farbe war wahrhaft blutig.
Hingeworfen an Weggabelungen sollt ihr Täfelchen liegen, unnützes Holz, und euch zerbreche die Last der vorbeifahrenden Räder.
Jenen aber, die euch, um euch zu nutzen, aus dem Baum schnitt, will ich überführen, dass er nicht reine Hände hatte.
Dieser Baum gewährte das Aufhängen von einem armseligen Hals, jener gewährte dem Henker schreckliche Kreuze.
Jener gab schändlichen Schatten für heisere Uhus, jener trug auf seinen Ästen die Eier des Geiers und der Ohreule.
Vertraute ich wahnsinnig diesen meine Liebe an und gab diesen sanfte Worte, um sie zu meiner Geliebten zu tragen?
Dieses Wachs sollte passender schwatzhafte Bürgschaften fassen, die irgendein Rechtsanwalt mit strenger Miene verliest;
besser würden sie zwischen Wirtschaftsbüchern und Dokumenten liegen, über welchen ein Geiziger die aufgebrauchten Mittel beweint.
Also fühlte ich, dass ihr hinterhältig seid für den Namen in diesem Geschäft, die Zahl selbst war nicht die eines guten Vorzeichens.
Was soll ich mir zornig wünschen, wenn nicht, dass das morsche Greisenalter euch verzehre und das Wachs weiß sei durch schmutzigen Schimmel.

XIII
Schon kommt über den Ozean von ihrem alten Mann die Blonde, die mit reifbedecktem Wagen den Tag bringt.
Wohin eilst du, Aurora? Bleib doch: So soll dem Schatten des Memnon jährlich ein Vogel ein Totenopfer darbringen durch einen feierlichen Mord.
Jetzt gefällt es in den zarten Armen der Geliebten zu liegen; wenn einmal, dann presst sie sich jetzt gut an meine Seite.
Nun ist auch der Schlaf behaglich und die Luft kühl, heiter singt mit sanfter Kehle ein Vogel.
Wohin eilst du, unangenehm für die Männer, unangenehm für die Mädchen. Halte mit der Hand die purpurnen taufeuchten Zügel zurück.
Vor deinem Aufgang beobachtet der Seemann besser die Gestirne und irrt nicht unwissend mitten durch das Wasser.
Sobald du kommst, steht der Wanderer auf, obwohl er müde ist, und der Soldat rüstet seine wilden Hände bei den Waffen auf.
Du siehst als Erste die Beladenen mit der Erdhacke die Äcker pflügen du rufst als erste die langsamen Ochsen unter das gekrümmte Joch
du betrügst die Knaben um den Schlaf und übergibst sie den Lehrern, dass ihre zarten Hände grausame Schläge ertragen.
Und du schickst die schön gekleideten in Bürgschaft vor dieselben Atrien, dass sie wegen eines Wortes großen Schaden ertragen.
Weder bist du dem Rechtsgelehrten noch dem Redner angenehm, jeder von beiden wird gezwungen, zu neuen Prozessen aufzustehen.
Du, obwohl die Frauenarbeit rasten könnte, rufst die spinnende Hand zurück an ihre Aufgabe.
Alles würde ich aushalten, aber nicht, dass in der Früh die Mädchen aufstehen. Wer kann das ertragen, außer einer, der kein Mädchen hat?
Wie oft habe ich gewünscht, dass dir die Nacht nicht weichen wolle, dass nicht die Gestirne bewegt werden und vor deinem Angesicht fliehen.
Wie oft habe ich gewünscht, der Wind solle entweder die Achse brechen oder ein Pferd möge stürzen, zurückgehalten von einer dichten Wolke.
Eifersüchtige, wohin eilst du? Weil du einen schwarzen Sohn hattest, war jene die Farbe deines mütterlichen Herzens gewesen.
Ich wollte es wäre erlaubt, Tithonus von dir zu erzählen: nicht irgendeine Frau im Himmel wäre geächteter.
Während du vor ihm fliehst, weil er von allzu hohem Alter ist, stehst du in der Früh vom Mann auf, auf den verhassten Wagen hinauf;
Aber wenn du in den Händen umarmt irgendeinen Cephalus halten würdest, würdest du rufen „Lauft langsam, Rosse der Nacht!“
Warum soll ich Liebender bestraft werden, wenn du einen Mann, der kraftlos wegen seines Alter ist, hast? Heiratetest etwa du, weil ich dich verkuppelt habe, einen Greis?
Schau, wie viele Nächte schenkte Luna dem geliebten Jüngling, und deren Schönheit steht deiner in nichts nach.
Selbst der Vater der Götter, damit er dich nicht so oft sieht, zwei Nächte zu vereinigen für dein Verlangen.
Ich hatte den Streit beendet. Du hättest glauben können, sie hatte es gehört: sie errötete, jedoch begann der Tag nicht später als gewöhnlich.


XIV
Ich hab dir (wiederholt) gesagt „Lass ab, deine Haare zu färben“, jetzt hast du kein Haar mehr, das du dir färben kannst.
Aber wenn du sie gelassen hättest, was wäre fülliger als dieses? Sie reichten sehr weit hinab, bis dahin, wo sich deine Seite erstreckt.
Was, dass sie fein waren und solche, die du zu schmücken fürchtetest, wie die Schleier, die die farbigen Serer haben.
Oder wie der Faden, den die Spinne an ihrem dünnen Fuß zieht, wenn sie unter verlassenen Balken ihr leichtes Werk knüpft.
Jedoch war jenes weder schwarz noch golden, sondern, zwar keines von beiden, eine gemischte , welche in den feuchten Tälern des Idagebirges die hohe Zeder, der die Rinde entfernt wurde, hat.
Füge hinzu, dass es gefügig und passend für hundert Wellen war und dir der Grund keiner Sorge war.
Und nicht die Haarnadel brach es ab und nicht der Zinken des Kamms, die Friseuse war am Körper ungefährdet.
Vor meinen Augen wurde sie oft geschmückt und nie verletzte sie die Arme mit einer entrissenen Haarnadel.
Oft lag sie in der Früh mit noch nicht geordneten Haaren halb zurückgelehnt auf einem purpurnen Bett.
Dann war auch die, die sich noch um nichts gekümmert hatte, schön, wie eine Thrakische Bacchantin, wenn sie ungezwungen müde im grünen Gras liegt.
Doch obwohl es fein war und gleich wie Flaum, oh, welche Übel ertrug das misshandelte Haar!
Wie sie sich geduldig dem Eisen und dem Feuer erwiesen, damit eine gewundene Locke durch die gedrehte Rundung entsteht.
Ich rief „Eine Sünde ist dieses, eine Sünde, die Haare zu verbrennen. Von selbst sind sie schön, Wilde, verschone dein Haupt.
Weit weg entferne diese Gewalt. Es gibt nicht, was verbrannt werden müsste. Das Haar selbst unterweist die angelegten Nadeln.
Dein schönes Haar gibt es nicht mehr, welches Apoll, welches Bacchus auf seinem Kopf haben wollte.
Mit jenem möchte ich vergleichen, das einst die nackte Dione auf Zeichnungen in der Hand gehalten hatte.
Was klagst du, dass dein schlecht sitzendes Haar nicht mehr ist? Was legst du albern mit trauriger Hand den Spiegel beiseite?
Nicht gut ist es, dass du von dir mit gewohnten Augen betrachtet wirst; damit du dir gefällst, musst dich sich selbst vergessen.
Nicht verletzten dich verzauberte Kräuter der Nebenbuhlerin und nicht wusch dich eine tückische alte Frau mit thessalischem Wasser
und nicht schadete dir die Gewalt einer Krankheit (fern soll ein Anzeichen sein) und nicht verringerte neidisches Gerede dein dichtes Haar.
Du spürst das, was du durch deine Hand gemacht hast und den Verlust durch deine Schuld, selbst hast du deinem Kopf das Gift, das du gemischt hast, gegeben.
Nun schickt dir Germanien Haare von Gefangenen; sicher wirst du sein durch ein Geschenk eines besiegten Stammes.
Oh wie oft wirst du erröten, wenn jemand dein Haar bewundert und du wirst sagen „Nun werde ich bewundert für gekaufte Ware.
Nun lobt jener irgendeine Sygambrierin für mich; und jedoch kann ich mich an den Ruhm erinnern, als jener meiner war.
Ich Armer! Kaum kann sie die Tränen zurückhalten und die rechte Hand bedeckt das Gesicht, als sie die edlen Wagen mit Rot schmückt.
Sie hält das alte Haar im Schoß und betrachtet es, weh mir, diese Gabe ist nicht würdig für diesen Ort.
Verbinde den Geist mit deiner Miene: Der Schaden ist behebbar; schon bald werden sie deine natürlichen Haare erblicken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ovid, Amores 1,7; 1,8; 1,10-1,14
BeitragVerfasst: 06.12.2010, 11:30 
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