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BeitragVerfasst: 25.06.2016, 19:12 
Lateiner

Registriert: 25.06.2016, 18:58
Beiträge: 7
Thais habet nigros, niveos Laecania dentes.

Quae ratio est? Emptos haec habet, illa suos.

(Martial, 5, 43)

Ich komme zu folgendem Ergebnis bei der Skandierung:

_ _ | _ v v | _ v v | _ _ | _ v v | _ _

_ v v | _ _ | _ || _ v v | _ v v | _

Richtig?

Was ich nicht verstehe:
Die erste Silbe von ha- bet (ha) muss nach meiner Analyse lang gewertet werden, sonst geht der erste Vers nicht auf.
In der zweiten Zeile ist ha- von habet aber kurz. Dies ist auch korrekt, es handelt sich weder um eine Positions-, noch um eine Naturlänge. Versteht jemand, warum es im ersten Vers einfach lang ist?


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 05:47 
Lateiner

Registriert: 14.05.2012, 13:33
Beiträge: 11144
Tha-is (h)a-bet nigros, niveos Laecania dentes.

Elisionsregel 3
h ist stumm und zählt nicht als Konsonant. Deswegen treten bei anlautendem h- dieselben Elisionsphänomene auf wie bei vokalisch anlautenden Wörtern

https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinisc ... ionsregeln

Die ersten beiden zu messenden Silben lauten daher: Tha (lang) und isa (lang)

_ _/_ _/_vv/_ _/_vv/_x


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 11:56 
Lateiner

Registriert: 25.06.2016, 18:58
Beiträge: 7
Deine Antwort verstehe ich aus folgendem Grund nicht:

h hat keinen konsonantischen Wert: korrekt!

Dennoch ist "isa" nicht eine Silbe, sondern zwei (i-sa).

Denn eine Silbe kennzeichnet sich laut Sprach-Phonetik dadurch aus, dass es einen vokalischen "Silbengipfel" gibt, der eben aus einem (!) Vokal besteht. Selbst im Falle eines Diphthongs (oe/ae etc.) trägt nur einer der Vokale die Silbe (o bzw. a in den genannten Beispielen).

"isa" ist deswegen nicht eine Silbe, sondern zwei. Meine Frage ist deswegen nicht beantwortet. Kann mir jemand weiterhelfen?


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 13:20 
Lateiner

Registriert: 14.05.2012, 13:33
Beiträge: 11144
Sorry,das war Unsinn.

Tha-is : Das is ist kurz. Damit passt auch das kurze ha in habet wieder.
Der Vers sieht dann so aus:

_ vv/_ _/_vv/_ _/_vv/_x


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 13:54 
Lateiner

Registriert: 25.06.2016, 18:58
Beiträge: 7
Thais habet nigros, niveos Laecania dentes.

Dass -is kurz ist, habe ich zuerst auch gedacht.
Der erste Versfuß scheint dann auch - wie du sagst - aufzugehen: _vv

Ich habe dann aber noch Fragen zum zweiten Versfuß:
Die Silbe -et als 3. Person Sg. Präsens der Verben wird in der Literatur als "kurz" ausgezeichnet!
Ebenso muss -os (Akk. Pl. mask.) lang sein!
niger hat keine Naturlänge!

Ausnahme: Man verwendet die muta cum liquida gr/tn zur Längung der Silben -et und -ni. Aber ist dies im Falle von et tatsächlich erlaubt?


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 14:21 
Lateiner

Registriert: 14.05.2012, 13:33
Beiträge: 11144
Das bet in habet wird positionslang, weil das folgende Wort mit einem Konsonanten beginnt.
Muta-cum-liquida gilt mWn nur innerhalb eines Wortes.

zu nigros:

4.) Muta cum Liquida: Die Verbindung aus einem Plosiv (b, p; c, k, qu, g; d, t) und einer Liquida (l, r; m; n), in den Senkungen der Verse meist auch die Verbindungen sc, sq, st, sp, su (u hier als Halbvokal wie bei suadere) sowie bei griechischen Fremdwörtern sm, x, z, ps, führt in der lateinischen Metrik nicht zur Bildung einer Positionslänge. Auch von dieser Ausnahmeregel gibt es jedoch Ausnahmen. Entscheidend ist neben der genauen Konsonantenkombination auch die Stellung der Muta cum Liquida. Wenn die Liquida ein -l- oder ein -r- ist (in der Griechischen Metrik auch eine der anderen Liquida, -m- oder -n-), kann je nach Bedarf die betroffene Silbe lang oder kurz gemessen werden.


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BeitragVerfasst: 27.06.2016, 00:34 
Lateiner

Registriert: 25.06.2016, 18:58
Beiträge: 7
Gut aus Wikipedia zitiert ;-)

Ja, ich hatte auch gelesen, dass die muta cum liquida-Regel nicht über Wortgrenzen hinweg gilt, steht unter anderem auch bei Wikipedia. Grund: Innerhalb eines Wortes kann eine Silbe als offen und somit kurz gelesen werden, wenn die beiden Laute der nachfolgenden Silbe zugerechnet werden (ni-gro [kurz] vs. nig - ro [lang]. Der Vers ist mir nun klar, vielen Dank!


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