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 Betreff des Beitrags: coniogatio periphrastica
BeitragVerfasst: 20.02.2018, 18:18 
Lateiner

Registriert: 20.02.2018, 18:09
Beiträge: 2
Hallo!
Ich bin gerade dabei die erste Rede gegen Verres zu übersetzen und bin dabei auf einen Absatz gestoßen, in dem die c.p. meiner Meinung nach einige Male (unbegründet?) vorkommt. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand erklären könnte, wieso Cicero hier die c.p. und nicht einfach ein normales Futur verwendet :)

Subsortiemur etiam in M. Metelli locum, quoniam is huic ipsi quaestioni praefuturus est (soweit ich weiß verlangt quoniam ja nicht unbedingt einen Konjunktiv, oder?) Ita secundum Kalendas ianuarias, et praetore et prope tot consilio commutato, magnas accusatoris minas, magnamque exspectationem iudici, ad nostrum arbitrium libidinemque eludemus."
Nonae sunt hodie Sextiles: hora VIII. convenire coepistis. Hunc diem iam ne numerant quidem. Decem dies sunt ante ludos votivos, quos C. Pompeius facturus est. Hi ludi dies quindecim auferent: deinde continuo Romani consequentur. Ita prope XL. diebus interpositis, tum denique se ad ea quae a nobis dicta erunt responsuros esse arbitrantur: deinde se ducturos, et dicendo et excusando, facile ad ludos Victoriae. Cum his plebeios esse coniunctos; secundum quos aut nulli aut perpauci dies ad agendum futuri sunt. Ita defessa ac refrigerata accusatione, rem integram ad M. Metellum praetorem esse venturam(hier steht ja nichtmal ein finales Verb, ein AcI?): quem ego hominem, si eius fidei diffisus essem, iudicem non retinuissem. Nunc tamen hoc animo sum, ut eo iudice quam praetore hanc rem transigi malim; et iurato suam quam iniurato aliorum tabellas committere.

Die Übersetzung an sich ist mir klar, nur der grammatikalische Hintergrund fehlt mir ;)
Vielen Dank im Voraus!


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 Betreff des Beitrags: Re: coniogatio periphrastica
BeitragVerfasst: 20.02.2018, 19:10 
Lateiner

Registriert: 14.05.2012, 13:33
Beiträge: 10482
Syntaktische und semantische Funktionen
"Im konjunktivischen Gliedsatz ist die c.p. (mit Futurpartizip) bedeutungsgleich einem einfachen Futur und wird daher als Ersatz für einen fehlenden Konjunktiv Futur in Fällen von Nachzeitigkeit verwendet: Incertum est, quam longa cuiusque nostrum vita futura sit. – „Es ist ungewiss, wie lange das Leben eines jeden von uns dauern wird.“ Ähnlich suppletiv fungiert auch der Inf. Perf. der c.p. (amaturus fuisse) als Infinitiv im irrealen Bedingungsgefüge: Videmur enim quieturi fuisse, nisi essemus lacessiti. – „Denn wir wären offensichtlich ruhig geblieben, wenn man uns nicht gereizt hätte.“ Im Hauptsatz hat diese Periphrase keine suppletive Funktion zu synthetischen Futurformen, sondern modale Funktionen: wollen/gedenken/fähig sein/sollen + Inf. Sie kann daher in fast allen Tempusformen vorkommen: amaturus sum/eram/fui/fueram/ero. Wäre die c.p. eine bloße Tempusperiphrase des Futurs, wie manchmal irrtümlich angenommen wird, so wären die Vergangenheitsformen eigentlich unverträglich mit der Futurbedeutung und die nicht selten belegte futurische Form wäre doppelt markiert, daher unökonomisch und tautologisch."
https://de.wikipedia.org/wiki/Coniugatio_periphrastica
http://members.aon.at/latein/UFutur.htm


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